English Theatre Frankfurt feiert Wiedereröffnung

Es ist auf dem europäischen Festland das größte englischsprachige Theater – und das mitten in Frankfurt: Das English Theatre. Seit 23 ist es im gleichen Gebäude im Bankenviertel beheimatet. Doch nach einem Eigentümerwechsel drohte dem Theater das Aus. Nach zwei Jahren ist es jetzt aber an seiner gewohnten Spielstätte zurück – und hat am Wochenende groß Premiere gefeiert.

Moskau, 1942. Während der zweite Weltkrieg tobt, treffen sich der britische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Parteichef Josef Stalin. Unterschiedlicher könnten die beiden Männer nicht sein, doch:
We must understand each other. The lifes of hundereds of Millions do depend upon it. History holds it’s breath for us.“
Churchill in Moscow. Das Stück feiert an diesem Abend Premiere in Frankfurt. Und begeistert die Zuschauer nicht nur mit seinem Witz und seinem Hang zur Absurdität.
Rolf Trittmann: „Sehr gut. Ich finde die Charaktere sind ganz wunderbar. Und passen auch einfach sehr gut.“ 
Alexandra Rösch: „Mein Herz freut sich sehr. Ich bin nämlich selber Engländerin und für mich ist das English Theatre sehr, sehr wichtig. Auch für mein kulturelles Erlebnis und mein Wohlbefinden hier in Frankfurt.“
Denn dass das Theater wieder hier an seiner gewohnten Stätte mitten im Bankenviertel spielen kann, ist nicht selbstverständlich. Vor einigen Jahren wurde das Gebäude an einen Investor aus Singapur verkauft. Und der will das Theater nicht in seinem Keller haben. Daraus entsteht ein jahrelanges Hin und Her zwischen dem alten und dem neuen Eigentümer sowie dem English Theatre. Die Regisseure Tom Little rund Rosie Tricks ziehen Parallelen zu ihrem Stück Churchill in Moscow.
Tom Littler und Rosie Tricks, Regisseure: „In the world of negotiation and trying to speak each others language. You know, in the play you gonna see an imperialist empire building British Prime Minister trying to talk to a Sowiet Premier who would like to wipe that way of thinking of the face of the planet. And they have to find a way of accommodating.“
„Wir sind in einer Welt voll von Verhandlungen und versuchen, die Sprache des anderen zu sprechen. Im Stück sehen Sie einen imperialistischen, auf Macht ausgerichteten britischen Premierminister, der versucht, mit einem sowjetischen Ministerpräsidenten zu sprechen, der diese Denkweise zutiefst ablehnt. Und die beiden müssen einen Weg finden, um sich zu einigen.“
Der Weg für das Theater ist schließlich: Die Stadt übernimmt einen Teil der Mietkosten.
Daniel Nicolai, Intendant: „Da haben sich so viele eingesetzt. Und das sind für uns natürlich auch gewaltiges Gefühl gewesen. Denn wenn einem der Wind nicht ins Gesicht bläst, dann weiß man ja auch nicht, dass es diese Unterstützer gibt.“
Und Unterstützer gibt es viele – wie der prominente Besuch bei der Wiedereröffnungsfeier zeigt.
Christine Lagarde, Präsidentin Europäische Zentralbank: „I love it. I think it’s wonderful for all the people of Frankfurt, particularly those who like theatre. And it’s the center of life and enjoyment and culture. So it’s great, it’s really good.“
„Ich finde es toll. Ich finde, es ist wunderbar für alle Frankfurter, besonders für diejenigen, die Theater mögen. Und es ist der Mittelpunkt des Lebens, des Vergnügens und der Kultur. Es ist also großartig, wirklich gut.“
Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt: „Es steht letztendlich auch für die Internationalität unserer Stadt. Aber bietet auch ganz viel Bildungsarbeit an. Ganz viele junge Menschen haben ihre Berührungspunkte mit Theater, insbesondere mit englischsprachigem Theater hier bei uns im English Theatre.“ 
Einem Theater, das jetzt wieder ein sicheres Zuhause hat.