Prozessbeginn: Cannabis-Plantagen ausgehoben

In Koblenz müssen sich ab heute zwei Männer vor dem Landgericht verantworten. Unter anderem steht der Handel mit Schusswaffen und der Anbau einer riesigen Cannabis-Plantage im Raum.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Staatsanwaltschaft soll der 28-jährige Hauptangeklagte Mustafa A. gewinnbringend mit Waffen gehandelt und sich so seinen luxuriösen Lebensstil finanziert haben.
Thorsten Kahl, Oberstaatsanwalt Koblenz
„Dem einen Angeklagten wird vorgeworfen gewerbsmäßig mit Waffen, insbesondere auch mit halbautomatischen Waffen gehandelt zu haben. Weiterhin mit Betäubungsmitteln namens Kokain in nicht geringen Mengen gehandelt zu haben, dabei bewaffnet gewesen zu sein.“
Die Maschinenpistolen soll der deutsche Staatsbürger für bis zu 5.000,- Euro unter anderem auch an Jugendliche verkauft haben – laut Verteidigung motiviert von seiner Liebe zu Waffen.
Zusätzlich soll der 28-jährige Anfang 2025 in Bad Breisig im Kreis Ahrweiler eine Cannabis-Plantage mit über 2.000 Pflanzen angebaut haben. Für den privaten Gebrauch sind seit der Teil-Legalisierung vor zwei Jahren nur drei erlaubt. Die zugelassene Wirkstoffmenge soll dabei um das über 900-fache überschritten worden sein.
Thorsten Kahl, Oberstaatsanwalt Koblenz
„Nach dem Ergebnis der Ermittlungen wurde diese Plantage zunächst sehr professionell eingerichtet und dann auch betrieben und am Tag der Sicherstellung waren da weit über 2.000 Cannabis Pflanzen, die auch sichergestellt wurden. Also eine professionelle doch eher große Cannabis-Plantage.“
Der zweite Angeklagte – ein 38-jährige, marokkanischer Staatsbürger – soll als Gärtner der Cannabis-Plantage geholfen haben. Das Motiv soll das schnelle Geld gewesen sein.
Beide Angeklagte haben die Taten gestanden. Das Gericht stellt heute schon ein mögliches Strafmaß in Aussicht: Für den Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe von acht bis neun Jahren,  dem Gärtner der Cannabis-Plantage vier bis fünf Jahre. Ob das so zutreffen wird, zeigen die weiteren Verhandlungstage.