Was bringt der Tankrabatt?
Seit Wochen ächzen Autofahrer über die hohen Preise an der Zapfsäule, die infolge des Irankrieges drastisch in die Höhe geschossen sind. Entlastung für die Bürger soll jetzt eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe bringen.
Die wurde heute – zusammen mit der 1.000-Euro-Entlastungs-Prämie – vom Bundestag nach einer teils hitzigen Debatte beschlossen. Anschließend stimmte auch der Bundesrat in einer Sondersitzung dem Tankrabatt zu. Ab dem 1. Mai soll die Mineralöl-Steuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate reduziert werden. Sprit soll dadurch im Schnitt 17 Cent brutto pro Liter günstiger werden. Nach Angaben des Bundes-Finanzministeriums verursacht das Steuer-Ausfälle von 1,6 Milliarden Euro. Die Maßnahme ist umstritten. Kritiker bewerten sie als zu teuer und ineffizient. Ob der Rabatt in voller Höhe an die Kunden weitergegeben wird, sei fraglich.
Wir haben uns an einer Tankstelle im Hunsrück umgehört, wie man dort über den Tankrabatt denkt.
Eine Tankstelle im 5.000-Einwohner-Ort Emmelshausen. Wer kann, tankt vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr – am besten gleich noch ein, zwei Kanister dazu. Die Stimmung unter den Autofahrern – zwischen Verzweiflung und Resignation. Viele sind skeptisch, ob der heute beschlossene Tankrabatt wirkliche Entlastung bringt.
Anke Krummbein
„Das wird sich nicht bemerkbar machen. Und den Autofahrern hilft es vielleicht ein bisschen, die auf das Auto angewiesen sind, es gibt genug Pendler. Und normalerweise gehört die Energiesteuer abgesetzt. Und andere Länder können’s auch, warum kann das der Herr Merz nicht?“Stefan Schöller
„Ich glaube, das ist kein Mechanismus, den man langfristig durchhält und auch machen sollte. Ich glaub, da müssen andere Mechanismen greifen. Zum Beispiel das Kartellamt ein bisschen besser ausstatten. Und die Möglichkeiten, die das Kartellamt hat, ausreizen, und nicht verpuffen lassen.“Claudia Künzl
„Also, generell wär’s schön, wenn der Spritpreis mal nach unten gehen würde. Aber ich glaube nicht dran, dass es wirklich dann auf Dauer so ist.“
Sorgen und Frust der Kunden hat Tankstellenbetreiber Stefan Bublies in den vergangenen Wochen zu spüren bekommen. Er ist optimistisch, dass der Tankrabatt schnell weitergegeben wird – und rät zur Gelassenheit.
Stefan Bublies, Tankstellenbetreiber Emmelshausen
„Ich würde empfehlen, nicht alle gleichzeitig am 1. Mai an die Tankstelle zu stürzen, sondern einfach mal ein paar Tage warten. Kommt am zweiten, dritten. Ansonsten wird der Sprit irgendwann knapp.“
Mit dem Tankrabatt spart ein Durchschnittspendler laut Experten allerdings maximal 25 Euro über die nächsten zwei Monate, in denen der Tankrabatt gilt.
Kosten lassen sich aber auch durch angepasstes Fahrverhalten und einen geringeren Verbrauch einsparen. Ein ADAC-Experte rät: Tempo drosseln, abruptes Bremsen und Beschleunigen vermeiden, früh vom Gas und Motorbremse nutzen.
Christian Schmidt, ADAC Mittelrhein Leiter Mobilität & Umwelt
„Somit lieber vorausschauend fahren, mit ‘ner guten durchschnittlichen Geschwindigkeit. So kommt man sicher ans Ziel und spart tatsächlich dann zwei, drei Liter. Zwei, drei Liter hochgerechnet bei zwei Euro zehn sind dann am Ende vom Tag 1.800 Euro, die man bei 30.000 Kilometern Laufleistung im Jahr durchschnittlich dann tatsächlich ersparen kann. Und 2000 Euro haben oder nicht haben, ist wirklich ein Unterschied.“
Außerdem gilt: Luft- und Rollwiderstand reduzieren. Heißt: Dachboxen und Fahrradträger nach dem Urlaub wieder abbauen, auf die richtigen Reifen und den richtigen Luftdruck achten. Und bei Benzinern statt E5 einfach mal E10 tanken.
Christian Schmidt, ADAC Mittelrhein Leiter Mobilität & Umwelt
„Zehn Prozent Bioethanolanteil im Kraftstoff, der brennt genauso gut, schädigt auch nicht die Verbrennungsmotoren oder ähnliches. Auch hier, kurze Recherche im Internet oder auf der ADAC-Seite natürlich, um zu schauen, wie es denn tatsächlich aussieht, wie ist die Verträglichkeit gegeben. Zehn bis Fünfzehn Cent kann man dabei relativ einfach sparen, pro Liter. Das sind auf eine Tankfüllung hin gerechnet, 50 Liter, auch wieder sieben Euro fünfzig, die man sparen kann.“


