Messe TechTextil in Frankfurt

Die weltweit größte Messe für technische Textilien, die ‚TechTextil‘, steigt diese Woche wieder in Frankfurt. Hier treffen Autobauer auf Medizintechniker oder Fashionistas auf Hersteller hochfunktionaler Schutzkleidung. Vier Tage lang dreht sich alles um innovative Stoffe und Materialien.

So könnte sie aussehen, die Hausfassade der Zukunft. Mit anpassungsfähigen Beschattungselementen, die sich elastisch verformen und so die Sonneneinstrahlung und die Temperatur im Innenraum regeln. Über zehn Jahre hat das Institut  für Fasertechnologien geforscht und eine KI mit Gebäudesimulationen gefüttert. Damit soll der Energieverbrauch von Gebäuden künftig minimiert werden.
Matthias Ridder, Institut für Fasertechnologien
„Der Gebäudesektor und das Wärmen und Kühlen ist einer der größten Emittenten von CO2 in der Welt, ein Drittel der benötigten Energie wird für Heizen und Kühlen von Gebäuden genutzt. Und da wollten wir eine Lösung finden, wie man mit möglichst wenig Energie einen Raum so klimatisieren kann, dass man nicht heizen und kühlen muss.“
Da die Gelenke nur geringen Druck benötigen, verbraucht ihr Antrieb ebenfalls wenig Energie. Eine von vielen Neuheiten, die 1.700 Aussteller aus über 50 Ländern bei der TechTextil in Frankfurt präsentieren. Beim größten rheinland-pfälzischen Arbeitgeber BASF gibt es einen innovativen Fahrradrucksack. Für den wird gemeinsam mit einem Bekleidungshersteller ein Kunststoff verwendet, dessen CO2-Fußabdruck bei Null liegen soll.
Frank Reil, Leiter Nachhaltigkeit BASF
„Wir nehmen hier Bio-Naphtha, basierend auf Frittenfett, wenn man so will. Also auf Speiseöl-Abfall und genauso Biomethan, das auch aus Bio-Abfall gewonnen wird. Und damit ersetzen wir fossile Ressourcen.“
So kann ein klimaneutraler synthetischer Kunststoff entstehen. Auf dem Markt ist der neue Rucksack aber noch nicht, trotz sichtbarem Interesse. Neue Stoffe könnten die Zukunft in der Textilbranche sein.
René Bethmann, Innovationsmanager Vaude
„Ohne dass man Abstriche machen muss in der Qualität oder in der Performance. Denn wir haben hier genau die gleiche Performance, Leistungsfähigkeit wie bei einem konventionellen Material.“
Zurück zu Uni-Forscher Matthias Ridder, für den die Zukunft in energieeffizienten Fassadenelemente liegt. Bis man die allerdings auch an anderen Gebäuden außer dem Testobjekt sieht, dürften noch ein paar Jahre vergehen.