Der Sporttalk mit Thorsten Arnold

Nur noch vier Spieltage sind es in der Fußball-Bundesliga, jetzt fallen so langsam die Entscheidungen.

Eva Dieterle, Moderatorin:
Und auf die ist natürlich auch unser Sportreporter Thorsten Arnold gespannt. Lass uns heute mit Mainz 05 beginnen, denn die haben an diesem Wochenende die schwierigste Aufgabe vor der Brust.
Thorsten Arnold, Sportreporter:
Ja klar, morgen geht es gegen Bayern München, den frischgebackenen Deutschen Meister. Gut für die Mainzer, dass sie zuletzt so viele Punkte gesammelt haben, ein kleines Polster zur Abstiegszone schaffen konnten und morgen nicht ganz dringend Punkte brauchen. Versuchen wollen sie’s trotzdem – und Trainer Urs Fischer sagt wie’s geht.
Urs Fischer, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Du musst von der ersten Sekunde an bereit sein. Du kannst nicht sagen: Wir geben uns mal 10 – 15 Minuten Zeit, schauen wir mal, was geschieht. Sondern du musst von Beginn weg bereit sein. Du musst dich am Limit bewegen. Wenn du nicht über 90 oder 95 Minuten alles dafür aufwendest, dann wirst du gegen Bayern auch keine Punkte holen.“
Arnold:
Das Interesse, die Bayern zu sehen, ist natürlich riesig, das Stadion ist längst ausverkauft. Da haben die Nullfünfer offiziell gewarnt, nicht auf gefälschte Tickets über Verkaufsportale im Internet reinzufallen. Aber gut möglich, dass die Bayern ein paar ihrer Stars schonen, am Dienstag steht ja schon das Champions League-Spiel bei Paris St. Germain an.
Dieterle:
Champions League, davon kann die Frankfurter Eintracht in der kommenden Saison nur träumen. Schaffen es die Hessen denn diesmal überhaupt in einen europäischen Wettbewerb?
Arnold:
Da hat die Eintracht noch alle Chancen, denn seit gestern Abend – wo sich der VfB Stuttgart fürs DFB-Pokalfinale qualifiziert hat – ist klar: fürs internationale Geschäft reicht definitiv Platz sieben in der Bundesliga. Und auf den hat die Eintracht nur einen einzigen Zähler Rückstand. Jetzt heißt es nochmal: fleißig Punkte sammeln, angefangen morgen beim FC Augsburg. Wir hören mal, was Trainer Albert Riera vor dem Spiel sagt.
Albert Riera, Trainer Eintracht Frankfurt
„Ich habe den Spielern in der vergangenen Woche schon klar gemacht: Ihr kämpft darum, nächstes Jahr in Europa zu spielen! Das ist doch wunderbar! Wenn wir nicht gut genug dafür sind, dann müssen wir dafür kritisiert werden. So ist das.“
Arnold:
Und sollte der Saison-Endspurt der Eintracht nicht von Erfolg gekrönt sein, dann bin ich mal gespannt, wie dünn die Luft um Albert Riera in Frankfurt wird. Die Erwartungshaltung ist groß, auch wenn es zum Konzert der Großen doch noch ein weiter Weg ist.
Dieterle:
Einen weiten Weg ist auch der SV Darmstadt 98 gegangen und damit sind wir in Liga zwei. Die Lilien haben immer oben mitgespielt in dieser Saison, doch jetzt auf den letzten Metern scheint ihnen die Puste auszugehen.
Arnold:
Tja, drei Niederlagen in Folge. Da ist der Traum vom Aufstieg erstmal außer Reichweite geraten. Morgen Abend wohl die allerletzte Chance, noch was zu reißen – daheim am Bölle gegen die SV Elversberg. Glaubt der Trainer noch an den Aufstieg?
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„SV Darmstadt 98 kann mal hinfallen, aber liegen bleiben ist keine Option. Das ist unsere Stimmung. Dass wir in einer Verteidigungsaktion zu 10.000 Prozent überzeugt sind, diesen Ball zugewinnen. Und nicht nur darauf hoffen, ihn zu gewinnen. Wenn das wieder kommt – und das werden wir uns erarbeiten müssen in dem Spiel, das wird nicht so da sein – aber wenn das wieder kommt, dann wird’s ein richtig geiler Samstag Abend.“
Arnold:
Also das klingt doch danach, als wird tatsächlich noch mal alles rausgehauen. Der Rahmen stimmt: Samstag Abend, Flutlicht, ausverkaufte Ränge. Vielleicht geht ja noch was für die Lilien.
Dieterle:
Und wir schauen noch schnell zum 1. FC Kaiserslautern. Denn auf dem Betzenberg ist ja gleich schon Anpfiff – gegen Eintracht Braunschweig.
Arnold:
Ja, um halb sieben geht’s los und nach der deutlichen Niederlage in Kiel fragen sich viele FCK-Fans: Wie ernst nehmen die Spieler die restliche Saison noch? Bei einigen laufen Verträge aus, es wird sich schon mal umgeschaut. Und Trainer Torsten Lieberknecht nimmt deswegen seine Spieler in die Pflicht.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Genügend Dinge, wo wir sagen: okay, wir sollten das nicht austrudeln lassen. Wir müssen uns als Mannschaft bis zum Schluss – egal welche Vertragskonstellationen vorherrschen, welche eigene Agenda stattfindet – voll diesem FCK verschreiben.“
Arnold:
Beim Gegner Braunschweig war Lieberknecht lange Zeit Spieler und Trainer. Die Eintracht braucht noch dringend Punkte gegen den Abstieg. Aber eins sei klar: Geschenkt wird nix, schon gar nicht auf dem Betzenberg.
Dieterle: Wir sind gespannt wie’s ausgeht und drücken unseren heimischen Teams wie immer fest die Daumen. Vielen Dank, Thorsten, für deinen Bundesliga-Ausblick aufs Wochenende!