Neue Babyklappe in Mainz
Für viele ist es einer der bewegendsten und schönsten Tage im Leben: Die Geburt des eigenen Kindes. Doch es gibt auch Menschen in Extremsituationen, die mit diesem Ereignis komplett überfordert sind. In sogenannten Babyklappen können Mütter ihr Neugeborenes anonym ablegen, damit es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Nachdem die alte Babyklappe in Mainz im vergangenen Jahr geschlossen hat, gibt es in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt seit heute ein neues Hilfsangebot für Mütter in Not.
Dieser Gang dürfte keiner Mutter leichtfallen, doch er kann ein Menschenleben retten. Abgeben statt aussetzen – das Prinzip der Babyklappe. Verzweifelte Mütter können ihr Kind hier anonym und ohne Fragen hineinlegen und sind damit von allen Pflichten befreit. Dieses glücklicherweise nur selten genutzte Angebot sei die „Ultima Ratio“ – ein letzter Ausweg.
Hildegard Eckert, Trägerverein Sozialdienst katholischer Frauen Mainz
„Dieses Angebot braucht es, weil trotz Einführung der vertraulichen Geburt im Mai 2014 auch bei uns darauffolgend noch vier Babys in Babyklappen abgelegt wurden. Das bedeutet offensichtlich, dass es Mütter gibt, die von dem Angebot der vertraulichen Geburt nicht erreicht werden oder die es aus irgendwelchen anderen Gründen nicht akzeptieren.“
Wird ein Säugling in der Klappe abgelegt, wie seit dem Jahr 2000 knapp 60-mal in Rheinland-Pfalz geschehen, ertönt in der Notaufnahme ein stiller Alarm. Von außen kann die Tür nicht mehr geöffnet werden und nach fünf Minuten betritt eine Pflegekraft den Raum.
Etwa 100 Baby-Klappen gibt es derzeit bundesweit, fünf davon in Rheinland-Pfalz.
Clemens Hoch (SPD), Aufsichtsratsvorsitzender Universitätsmedizin Mainz
„Wahrscheinlich erreicht es nicht alle Menschen, die sich in dieser Konfliktsituation befinden, aber das ist auch Aufklärungsarbeit dann der Jugendhilfe und das wird auch geleistet auch durch auch aufsuchende Jugendarbeit. Und wir haben hier ein zusätzliches Angebot und es ist ganz bewusst, auch versteckt und klein gehalten. Es soll nicht prominent sein. Es sollen nicht Menschen auch hier hinkommen, um das beobachten zu können, sondern es ist ein dezentes Angebot an Frauen in Konfliktsituationen.“


