Bücherbasar in Wiesbaden

Heute ist Welttag des Buchs – ein Tag also, an dem das Lesen von spannenden, lustigen, traurigen oder schrägen Geschichten mal so richtig gefeiert werden kann. Und ein Ort, an dem Sie auf jeden Fall jede Menge solcher Geschichten finden, ist der Bücherbasar in Wiesbaden. Treten Sie ein in ein Buchgeschäft der etwas anderen Art.

Von B wie Belletristik, über R wie Regionale Krimis bis S wie Science-Fiction. Wer den Bücherbasar Wiesbaden besucht, sollte ausreichend Zeit mitbringen. Und: jede Menge Lust am Wühlen und Stöbern. Denn hier warten jede Menge gebrauchte Bücher auf ein neues Zuhause.
Nathalia Hinz
„Ich bin begeistert, wie viel es hier gibt. Und ich bin mir sicher, dass wir nicht mir leeren Händen nach Hause kommen.“
Helmut Wehling
„Meine Frau hat schon Bücher hier abgegeben. Und jetzt wollten wir unbedingt mal sehen, was wir entdecken.“
Jana Schmidt
„Man muss für ein Buch nicht Unmengen von Geld ausgeben, man liest es einmal und hat es dann nur im Schrank. Und dann kann man es weitergeben, andere haben Freude. Viele Leute wollen oder können es sich nicht leisten und ich finde das toll.“
Denn hier wird ausschließlich mit gespendeten Büchern gearbeitet. Und von denen gibt es reichlich. Pro Woche werden rund 5.000 Bücher vorbeigebracht. Nicht immer sind die für den Weiterverkauf geeignet. Aber oft genug verstecken sich hinter den Spenden kleine Schätze.
Stefan Lutterbüse, Bücherbasar Wiesbaden
„Wir kriegen ja auch sehr viele Leben gespiegelt hier. Es gibt ja viele Kunden, die lösen die Wohnung ihrer Eltern auf zum Beispiel und dann kommen hier 30, 40 Jahre Lebensgeschichte hier an. Und manchmal sind in diesen Büchern auch Sachen drin, die Sie gar nicht erwarten. Fotos, Urkunden, ich habe auch mal einen Pass gefunden von jemandem. Der war 30 Jahre alt. Der Kunde war aber auch da und dann habe ich gesagt: Hier haben Sie Ihren Pass zurück.“
Der Bücherbasar ist aber vor allem ein soziales Projekt. Heißt: Die Bücher gibt es ab zwei Euro zu kaufen.Und die meisten Mitarbeiter sind hier – so wie Klaus Schaefer – nur wenige Stunden die Woche beschäftigt. Denn:
Klaus Schaefer, Bücherbasar Wiesbaden
„Die Leute, die hier sind, haben alle mal eine kleine Behinderung oder eine Beeinträchtigung. Und man hat hier die Möglichkeit, wieder zu sich zu finden und auch sich auszuprobieren, was man machen möchte oder machen kann. Und wieder ins Arbeitsumfeld oder auf den ersten Arbeitsmarkt zu kommen.“
Für die Kunden aber bedeuten die Geschichten und Figuren, die es hier zu entdecken gibt:
Pia Frost
„Entspannung, abtauchen, ein Abschalten vom Alltag.“
Isabel Hinz
„Ich glaube, dass man kurz in der Welt bei denen ist. Also dass man sich mit denen identifizieren kann und man kann in die Charaktere hineinfühlen. Ich glaube, das mag ich am meisten.“
Wolfgang Koch
„Ich bin eine ganze Zeit lang, und das mache ich heute teilweise auch so, in Buchhandlungen reingegangen nicht wegen den einzelnen Titeln oder wegen den einzelnen Büchern, die da sind. Sondern wegen des Geruchs. Und wegen des Haptischen, tatsächlich das Anfassen.“
Und dafür ist der Bücherbasar in Wiesbaden der genau richtige Ort.