Neuer Fahrsimulator bei der hessischen Polizei

Es zählt zu den gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr: Wenn Einsatzfahrzeuge von Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehren eilig mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind – und auch mal über eine rote Ampel müssen. Denn gar nicht so selten kommt es dabei zu Unfällen. Die sollen weniger werden – das hat sich jetzt die hessische Polizei auf die Fahnen geschrieben. Ein neuer Einsatzfahrsimulator soll dabei helfen – und der wurde nun im Polizei-Fahrtrainingszentrum in Hünstetten eingeweiht.

Simon Heidrich gibt letzte Instruktionen. Der Fahrtrainer bei der hessischen Polizei macht seine Kollegen fit für ihre Einsatzfahrten. Jetzt auch virtuell: Im neuen Simulator trainieren die Polizisten typisch brenzlige Situationen – zum Beispiel: Stehende Autos vor einer Ampel-Kreuzung überholen und bei Rot drüberfahren.
Simon Heidrich, Fahrtrainer Polizei Hessen
„Diese Alarmfahrten, bei denen andere unbeteiligte Menschen dabei sind, können wir damit gut simulieren. Das wäre im öffentlichen Verkehr mit einer hohen Gefährdungslage verbunden, das können wir dann so nicht unbedingt machen. Deswegen haben wir diesen Simulator, um diese Symbiose mit dem praktischen Training draußen und hier das Digitale hinzubekommen.“
200.000 Euro kostet die neue Anlage. Eine sinnvolle Investition, meint die hessische Polizei. Denn sich heutzutage im Straßenverkehr sicher zu bewegen, sei für alle wesentlich anspruchsvoller geworden.
Torsten Haber, Leiter Fahrtrainingszentrum Polizei Hessen
„Neue Verkehrsformen mit E-Scootern und E-Bikes und unüberschaubaren Situationen, aber auch fehlende Fahrfertigkeiten in der Bevölkerung. Die Menschen sind teilweise nicht mehr so mit dem Fahrzeug identifiziert. Sie machen das, weil sie es tun müssen. Und ich glaube, da ist viel verloren gegangen. An Interesse, aber auch an Fähigkeiten.“
Natürlich trainiert die hessische Polizei auch draußen fleißig weiter. Hessens Innenminister Roman Poseck hat dabei nicht nur die Vermeidung von Personenschäden im Blick.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Vor allem gibt es auch erhebliche Sachschäden. Wir haben 3,7 Millionen Euro Sachschäden an unseren Dienstfahrzeugen pro Jahr und der Fahrsimulator kann eben helfen, dass man sich noch besser auf alle möglichen Situationen einstellt, damit noch sicherer unterwegs ist und damit können Unfälle tatsächlich auch vermieden werden.“
Sicherer unterwegs mit Blaulicht auf Hessens Straßen. Der neue Einsatzsimulator kommt künftig an den Polizei-Fahrtrainingszentren in Hünstetten und im nordhessischen Calden zum Einsatz.