10 Jahre Tafel Hessen
Der Landesverband ist jetzt zehn Jahre alt geworden. Menschen, die von Armut betroffen sind, können bei der Tafel – entweder kostenlos oder für eine geringe Summe – ihren Wochen-Einkauf erledigen. Knapp 60 Tafeln und 7.000 ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es in Hessen. Doch ist dieser Geburtstag wirklich ein Grund zu feiern? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.
Ein großer Festsaal, Livemusik und gutes Essen: Alles, was zu einer gelungenen Geburtstagsparty dazugehört. Wer sich ehrenamtlich für Andere engagiert, darf es sich zum runden Jubiläum auch mal selbst gutgehen lassen. Aber was genau wird hier eigentlich gefeiert?
Willi Schmid, Vorsitzender Tafeln Hessen: „Das Jubiläum ist ein Grund zu feiern, dass es Menschen gibt, die sich seit 10 Jahren und in den Ortstafeln teilweise seit 30 Jahren, sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen. (…). Eine Tafel zu feiern, weil es eine Tafel ist, ist eigentlich mehr ein Grund traurig zu sein, dass es Tafeln in unserem Land geben muss.“ (20)
Eigentlich ist es ganz einfach: Ohne Armut bräuchte es keine Tafeln. Die zu bekämpfen wäre eigentlich Aufgabe der Politik. Gerade jetzt, wo Sprit- und Lebensmittelpreise steigen, geraten noch mehr Menschen in Not. Umso dringender braucht es Ehrenamtliche, die den Tafel-Betrieb am Laufen halten. Eine Kampagne des Sozialministeriums soll helfen.
Heike Hofmann, Sozialministerin Hessen
„Wir haben einen Imagefilm damit produziert, verschiedene Materialien, verschiedene digitale Auftritte. Und die Ehrenamtskampagne wird breit ausgerollt. Und deshalb ist es mit dieser Ehrenamtskampagne ein Mutmacher, eine Aufforderung an viele in unserem Land: Macht mit, helft, unterstützt. Helfen tut auch selbst gut.“
100.000 Euro kostet die sogenannte Ehrenamtskampagne. Aber es gibt noch ein anderes Problem. Willi Schmid wünscht sich, …
Willi Schmid, Vorsitzender Tafeln Hessen
„…dass es eine klare gesetzliche Regelung gibt, wie man mit Lebensmitteln verfahren kann, die kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind. Dass dieses Haftungsrisiko von den Spendern weggenommen würde, dann würden wir deutlich mehr Lebensmittel bekommen und das würde vieles vereinfachen“


