Drei Tote bei Arbeitsunfall in Runkel
Gestern Nachmittag ist es zu einer Tragödie im mittelhessischen Runkel gekommen. Bei einem Arbeitsunfall in einer Gerberei sind drei Mitarbeiter gestorben. Zwei weitere Männer schweben aktuell noch in Lebensgefahr. Die Ursache des Unglücks ist unklar. Die Ermittler vermuten derzeit, dass sich die Arbeiter in einer Grube an Kohlenmonoxid vergiftet haben könnten.
Gegen 16:40 Uhr geht gestern der Notruf ein: zwei bewusstlose Menschen auf dem Gelände einer Lederfabrik! Ein gefährlicher Einsatz für die Rettungskräfte, die in die – möglicherweise mit giftigen Gasen gefüllte – Grube hinabsteigen.
René Schultheis, Kreisbrandmeister Limburg-Weilburg
„Die Feuerwehr und der Rettungsdienst sind eingetroffen und haben dann statt zwei fünf Personen in der Grube gefunden, die bewusstlos waren und nicht auf Ansprache reagiert haben. Daraufhin wurden sofort Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Personen wurden aus der Grube herausgeholt und wurden umgehend reanimiert.“
Für drei Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren kommt jede Hilfe vergebens. Zwei weitere Personen werden mit Hubschraubern in Krankenhäuser gebracht – ihr Zustand soll weiterhin kritisch sein.
Noch am späten Abend kommt der hessische Innenminister zum Unglücksort.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Ich habe in meiner Amtszeit noch kein Ereignis mit drei Toten erlebt, und ich bin heute hier, um meine Anteilnahme auch als Vertreter des Landes Hessen auszudrücken. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und bei den Schwerverletzten. Ich hoffe sehr, dass sie dieses schreckliche Ereignis so gut es geht überstehen und ich bin auch hier hingekommen, um den Einsatzkräften zu danken, die auch wirklich herausragendes leisten.“
Das Ministerium vermutet derzeit eine Kohlenmonoxidvergiftung als Todesursache. In dem Betrieb werden unterschiedliche Chemikalien zur Lederverarbeitung eingesetzt. Auch diese stehen nun im Fokus der Ermittlungen der Kriminalpolizei.
Der Schock im Ort sitzt heute bei allen tief. Auch bei der Bürgermeisterin, die seit gestern im Krisenmodus ist.
Antje Hachmann (SPD), Bürgermeisterin Runkel
„Bei den Verstorbenen, das sind alles Menschen aus Runkel, ich bin teilweise in Kontakt mit den Familien, es ist natürlich ein Drama. Weil man kennt sich hier, fast 9500 Einwohner, auch die Einsatzkräfte kannten die Verstorbenen … schwierig, wirklich schwierig.“


