100-Jahr-Feier der Lufthansa
Der 100. Geburtstag der Lufthansa steht einfach unter keinem guten Stern. Erst streiken Piloten und Kabinenpersonal in der gesamten Jubiläumswoche – heute dann der nächste Paukenschlag. Deutschlands größte Airline teilt mit, dass ab Samstag 27 Maschinen der „Lufthansa CityLine“ nicht mehr abheben. Als Grund nannte das Unternehmen die gestiegenen Kerosinpreise sowie die aktuellen Streiks. Bisher war geplant, die CityLine erst 2028 stillzulegen. Die „aktuelle Krise“ zwinge den Lufthansa-Konzern jedoch, die Maßnahme „nun früher umzusetzen“. Rund 2000 Jobs stehen auf der Kippe. Schwere Zeiten also für das Unternehmen. Die insgesamt trübe Stimmung war gestern in Frankfurt nur ansatzweise zu spüren.
Sektgläser, Bühnenprogramm und prominente Gäste. Die größte deutsche Fluggesellschaft feiert Geburtstag. 100 Jahre – geprägt von Erfolg aber auch von Krieg und Katastrophen. Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Carsten Spohr schaut zurück auf eine Geschichte zwischen Höhenflug und Turbulenzen.
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Lufthansa
„Nach einem Jahrhundert voller Herausforderungen und Wandel ist es nun an uns, an unserer Generation, die Luftfahrt weiter als Brücke in die Welt zu erhalten.“
Gefeiert wird im neuen Besucherzentrum Hangar One. Dort im Blickpunkt: zwei historische Flugzeuge. Eins davon die Super Star aus dem Jahr 1957. Wie es war, damit zu fliegen, daran erinnert sich der älteste Pilot der Lufthansa natürlich noch..
Hubertus Massmann, Pilot, 90 Jahre alt
„Die hatte noch nicht mal ein Autopilot, das war schon alles richtig urig. Die Zeit, die wir erlebt haben, dieser Aufbau, das war schon die beste Zeit.“
Weiterer Ehrengast beim großen Festakt: Bundeskanzler Friedrich Merz. Er sieht die Lufthansa als Schlüsselunternehmen der deutschen Wirtschaft und will sie daher in aktuellen Krisenzeiten besonders unterstützen, etwa mit der Senkung der Flugsicherungsgebühren.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
„Dieses ganze Paket mit 500 Millionen Euro im Jahr entlastet ihre Branche. Ein starkes Signal, wie ich finde, für Stabilität und Planungssicherheit.“
Neben den globalen Herausforderungen steht an diesem Tag vor allem auch der Streik von Kabinenpersonal und Piloten im Vordergrund. Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley kritisiert das deutsche Streikrecht und richtet einen Appell an den Kanzler.
Karl-Ludwig Kley, Aufsichtsratschef Lufthansa
„Ich bitte Sie eindringlich eine Diskussion über die Quantifizierung des Streikrechts in der Bundesregierung anzustoßen, bevor sich dieses zu einem noch größeren Wettbewerbsnachteil unseres Landes auswirkt.“
Trotz aller Herausforderungen richtet sich der Blick nach vorn mit klaren Zielen: Digitalisierung, mehr Nachhaltigkeit und weiteres Wachstum.
Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler
„Weniger fliegen, meine Damen und Herren, ist keine Option für den Wirtschaftsstandort Deutschland.“


