goEast-Festival bringt Filme aus Osteuropa
Die 26. Ausgabe startet unter neuer Leitung und dem Motto „Revolution“. Was die Besucher in diesem Jahr erwartet, darauf haben die Festivalmacher heute einen Ausblick gegeben.
„Better Go Mad In The Wild“ – ein Film so skurril wie seine Charaktere. Zwei Brüder führen ein eigenwilliges Leben auf einem abgeschiedenen Bauernhof im tschechischen Böhmerwald. Poesie und Ruhe der ländlichen Idylle treffen auf Abenteuerlust und politischen Aktivismus. In „A Goodnight Kiss“ erinnert sich die litauische Kulturschaffende und Holocaust-Überlebende Irena an ihre Jugend, geprägt von den Schrecken des Krieges, dem Verlust ihrer Mutter und einem Leben unter sowjetischer Besatzung – und erzählt, wie sie sich dennoch Optimismus, Mitgefühl und Menschlichkeit bewahrte. Nur zwei von insgesamt 76 Filmen aus 40 Ländern, darunter viele Dokus und Premieren, die beim diesjährigen goEast Festival gezeigt werden. Revolution ist DAS verbindende Thema.
Rebecca Heiler, Leiterin goEast Filmfestival
„Man denkt, ein Wandel ist möglich, man schafft es auch und was passiert dann eigentlich danach? Also, es gibt ja dann auch ein Machtvakuum, wer füllt das eigentlich? Gibt es wirklich einen Wandel? Es ist ja auch ein ambivalentes Thema und ich wollte das gar nicht so romantisch betrachten, sondern wirklich in seiner ganzen Widersprüchlichkeit.“
So will das Festival den Bogen spannen von historischen Revolutionen bis hin zu aktuellem Protest und Widerstand in Mittel- und Osteuropa und im Kaukaskus. In Ländern wie Georgien, wo die jüngsten Proteste gegen die russlandfreundliche Politik der Regierung von eben jener unterdrückt werden.
Rebecca Heiler, Leiterin goEast Filmfestival
„Das nationale Filmförderzentrum wurde gleichgeschaltet. Das heißt, die Filmschaffenden waren eigentlich die ersten, die das auch betroffen hat. Und die formieren sich halt dagegen. Die haben ein unabhängiges Filminstitut gegründet.“
„Filmische Strategien des Widerstands“ werden beim diesjährigen Symposium diskutiert. Mit über 100 Veranstaltungen und 120 erwarteten Gästen aus der Filmbranche gibt es viel Raum für Austausch und Vernetzung.
Anna Schoeppe, Geschäftsführerin HessenFilm und Medien
„Ein Raum für Austausch, den wir dieses Mal schaffen, ist, dass wir die Produzentin, der das Porträt gewidmet wird, Ada Solomon, die eine der weltweit wichtigsten Produzentinnen für internationales Koproduzieren ist, in Austausch bringen mit den Teilnehmenden vom East West Talent Lab, aber auch mit der regionalen Filmszene. Und davon erhoffen wir uns eigentlich ganz tolle neue Impulse für internationales Koproduzieren, auch mit hessischer Beteiligung.“


