Mit dem Floß über die Mosel
Am Moselufer in Koblenz hat heute nämlich etwas ganz Besonderes angelegt: ein selbstgebautes traditionelles Floß. Knapp eine Woche waren die Ehrenamtlichen der Schiltacher Flößer damit auf der Saar und der Mosel unterwegs und wollen so auf die historische Bedeutung von Holztransport auf deutschen Flüssen aufmerksam machen.
Ablegen für die letzten acht von insgesamt 250 Kilometern. Dann ist die Tour auf Saar und Mosel geschafft. Die Flößer aus dem Schwarzwald waren zuvor schon auf Rhein, Donau, Neckar, Weser, und Elbe unterwegs. Was nach großem Abenteuer aussieht, hat einen tieferen Sinn: Die Männer wollen auf die Bedeutung des Flößer-Handwerks aufmerksam machen.
Thomas Kipp, Schiltacher Flößer
„Klar, es war vielleicht ein bisschen mehr Abenteuer und Romantik dabei. Aber ich glaube, früher ging es einfach auch um das harte Überleben. Um den wirtschaftlichen Faktor, ums Geld verdienen. Es war eine Dienstleistung so wie heute die LKW-Fahrer auf den Autobahnen fahren mit ihren LKW, so hatten die Flößer früher die Aufgabe, das Holz von A nach B zu bringen.“
Das Floß besteht aus 15 Holzstämmen. Mit viel Anstrengung bewegen sich die Männer fort. Ganz traditionell ist es allerdings nicht gebaut – wie die Motoren verraten, die regelmäßig aushelfen. Und:
Thomas Kipp, Schiltacher Flößer
„Früher waren die Flöße nur mit den sogenannten Wieden verbunden, also mit dem Naturmaterial. Heute müssen wir zwangsläufig auch Schrauben nehmen, um sichere, stabile Verbindungen nachweisen zu können. Das ist der Unterschied zu früher. Mit einem Floß von früher nach rein historischer Bauart dürften wir heute so ein Gewässer nicht mehr befahren.“
Probleme gibt es bei der Überfahrt von Rehlingen im Saarland bis nach Koblenz nicht. Auch die vielen Schleusen passieren die Profis problemlos. Und: Es hat sich schon herumgesprochen, dass die Schwarzwälder Flößer auf der Mosel schippern.
Adele Rostkamp
„Ich finde das eine ganz tolle Geste, dass die hier angelegt haben.“Josef Baecker
„Ja, war schon interessant. Ich würde auch später gerne auf das Floß drauf gehen und würde mir das von Innen mal anschauen. Also das ist eine ganz tolle Sache.“
Auch, wenn das Wetter heute am letzten Tag nicht so richtig mitspielt. Die Flößer lassen sich davon sowieso nicht abbringen.
Thomas Kipp, Schiltacher Flößer
„Interessant sind natürlich immer die Begegnungen mit den Städten, auch mit den Menschen. Viele Gespräche. Und was natürlich immer ein besonderer Reiz ist, dass man vom Fluss aus die Städte immer mit ihrem Gesicht zum Wasser hin sehen und bewundern kann. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Wasser.“


