Lufthansa-Flugbegleiter streiken

Schon wieder wird gestreikt bei der Lufthansa – diesmal ist es das Kabinenpersonal. Neben der Lufthansa direkt, sind auch Flüge der City-Line betroffen. Alleine in Frankfurt wurde fast die Hälfte der ursprünglich geplanten Starts und Landungen gestrichen. Über 70.000 Passagiere sind betroffen.

„Aktuell kommt es aufgrund von Streikaktivitäten der Gewerkschaft UFO zu erheblichen Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf.“
Die Anzeigetafel im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens spricht Bände. Wingyew Toh und seine Frau sind aus Singapur und wollen an die Amalfiküste. Ihre Reise steht unter keinem guten Stern.
Wingyew Toh, aus Singapur
„Eigentlich hatten wir mit Quatar gebucht, das wurde gecancelt. Also habe ich neu gebucht mit der Lufthansa, von Singapur nach Frankfurt und dann weiter nach Neapel. Gestern habe ich dann erfahren, dass es einen Streik gibt und Frankfurt – Neapel gecancelt wurde.“
Das Ehepaar fliegt jetzt stattdessen nach Rom und muss dann mit dem Zug weiter. Etwa ein Drittel ihrer Passagiere konnte die Lufthansa auf andere Flüge umbuchen. Rund 580 von ursprünglich geplanten 1350 Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen wurden gestrichen.
Daniel Lungo, aus Athen
„Ich bin sehr enttäuscht darüber. Ich habe die Flugtickets bei der Lufthansa gekauft, weil die Lufthansa eine große, seriöse Fluggesellschaft ist, und ich habe nicht damit gerechnet, dass mein Flug gecancelt wird.“
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation UFO hatte rund 19.000 Beschäftigte der Lufthansa zum Streik aufgerufen. Es geht um einen neuen Manteltarifvertrag für den es bislang keine Einigung gibt. Die Gewerkschaft fordert unter anderem bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen.
Aus anderen Gründen streiken heute gleichzeitig Beschäftigte der Lufthansa Cityline, die vor der Schließung steht. Hier geht es unter anderem um Abfindungen nach den bevorstehenden Kündigungen.
Harry Jaeger, UFO Verhandlungsführer
„Die Lufthansa fährt eine knallharte Linie. Die Lufthansa wiederholt gebetsmühlenartig, sie sei verhandlungsbereit. Aber was sie damit meint, ist: Sie ist jederzeit bereit, sich mit uns an einen Tisch zu setzen, aber sie hat nie ein Angebot dabei. Sie sagt immer nur in verschiedenen Weisen ‚Nein, das machen wir nicht.‘“
Jens Ritter, CEO Lufthansa
„Wir bieten heute schon die besten Bedingungen in der Branche an, auch im Vergleich mit unseren Konzerngesellschaften in der Lufthansagruppe und auch im Vergleich im europäischen und im internationalen Vergleich. Noch bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, dafür zu streiken an einem Osterwochenende-Rückreiseverkehr, das ist vollkommen unverständlich und nicht akzeptabel.“
Ein Ende des Konflikts ist also nicht so schnell in Sicht, es könnte schon bald weitere Streiks geben. Hier am Frankfurter Flughafen dauert die Arbeitsniederlegung  noch bis 22 Uhr heute Abend.