Bombe auf dem Wasser entschärft

Bis 08.30 Uhr hieß es für die Anwohner des Koblenzer Stadtteils Lay: Raus aus den Häusern. Denn am vergangenen Donnerstag wurde bei Bauarbeiten an der Pfaffendorfer Brücke eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Heute dann die Entschärfung. Und somit verlief auch der Urlaubstag für einige Camper anders, als geplant.

Schnell noch das Wichtigste für den Tag eingepackt, bevor es für die knapp 600 Camper heißt: Raus hier. Es ist schon das zweite Mal in einem Jahr, dass der Campingplatz Gülser Moselbogen in Koblenz aufgrund einer Bombenentschärfung geräumt werden muss. Betreiberin Carina Fitzcharles sieht das Ganze gelassen.
Carina Fitzcharles, Betreiberin Campingplatz Gülser Moselbogen
„An dem Tag selber ist ja gar nicht mal so viel Arbeit für mich. Ich muss nur gucken, dass das Personal nicht zur Arbeit kommt. Aber das ist relativ einfach. Schwieriger war halt, jeden zu erreichen vorher unserer Gäste. Denn wir sind mitten in den Osterferien, wir haben einen vollen Platz. Da muss man schauen, dass man mit jedem auch persönlich Kontakt aufnehmen kann.“
Insgesamt wird  ein Radius von etwa einem Kilometer evakuiert. Dadurch bleibt heute eine Kita geschlossen und 1.100 Einwohner müssen am Morgen ihre Häuser verlassen. Während einige Camper ihren Urlaub verkürzen und früher abreisen, macht sich der Großteil einen schönen Tag in der Umgebung.
Peter Wagener
„Man macht das Beste draus. Fahrrad fahren wollten wir sowieso, also eine Fahrradtour. Ein bisschen früher halt jetzt.“
Alfred Trump
„Wir fahren jetzt in aller Ruhe frühstücken. Und dann werden wir Mülheim-Kärlich aufsuchen, einen kleinen Bummel machen.“
Daniel Karsten
„Wir wollten mal zur Burg Eltz fahren und nach Cochem. Jo, und dann ist es ja wahrscheinlich schon wieder rum.“
Und genau so ist es auch. Die Entschärfung der 500 Kilogramm schweren Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg dauert rund 20 Minuten. Zuvor war klar, dass nur einer der beiden Zünder intakt ist.
Marco Ofenstein, Truppführer Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz
„Tatsächlich hat es keinen Unterschied gemacht, denn es hat nur ein mechanisches Bauteil an einem Zünder gefehlt. Aber nichtsdestotrotz, die Zündkette war nicht unterbrochen, weshalb wir auch diesen beschädigten Zünder entfernen mussten, um somit die Transportfähigkeit herzustellen.“
Der amerikanische Blindgänger wird heute nicht an seinem Fundort, der Pfaffendorfer Brücke, entschärft, sondern gut neun Kilometer Moselaufwärts. Der Grund: So müssen deutlich weniger Menschen ihre Häuser verlassen. Die Bombe muss während der Entschärfung die ganze Zeit über auf einem Baggerschiff bleiben.
Marco Ofenstein, Truppführer Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz
„Natürlich, klar, ist es auf dem Schiff so, dass wir unser ganzes Werkzeug, Equipment an Bord bringen müssen. Aber an der Arbeit an sich ändert sich nichts. Für uns ist es vielleicht ein Stück weit abenteuerlicher auf dem Schiff zu arbeiten.“
Für die amerikanische Fliegerbombe geht es jetzt weiter nach Niedersachsen: Dort wird sie endgültig vernichtet.