Prachtvolle Kirschenblüte in Witzenhausen
Nicht mehr lange, dann verwandeln die rund 100.000 Kirschbäume die Landschaft rund um Witzenhausen in ein weißes Blütenmeer. Ein paar erste Sorten wie die Narana haben ihre Pracht bereits entfaltet. Je nach Wetterlage blüht ein Kirschbaum zwischen vier und acht Tage lang. Und durch den Klimawandel wird es jedes Jahr ein bisschen früher. Das Problem: Die Gefahr für Spätfrost steigt.
Berit Diegmann, Landwirtin
„Wenn der Frost angesagt ist, dann liegt man ja auch einfach abends im Bett und überlegt wie siehts morgen früh mit der eigenen Existenz aus, weil die kann einfach innerhalb von einer Stunde zerstört sein, so ein Jahreseinkommen sozusagen.“
Je näher der Baum an Blüte und Frucht, desto empfindlicher ist er. Ob es ein gutes Kirschenjahr wird, hängt jetzt also vom Wetter ab. Spätfrost, Starkregen, Hagel oder Hitzewellen sollten ausbleiben. 2025 sah es ganz gut aus – rund 4.300 Tonnen Süßkirschen wurden in Hessen geerntet, über 1.000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Der Kirschenanbau rund um Witzenhausen geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Denn das milde Klima an der Werra bietet gute Bedingungen.
Christian Dyroff, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen
„Die Kirsche verträgt gerade im Sommer keine großen Niederschläge. Sie braucht zwar eine gute Wasserversorgung, aber es ist dennoch sehr wichtig, dass auch gerade zur Kirschfrucht oder zur Kirschernte entsprechend ein sehr trockenes Klima herrscht.“
Berit Diegmann und ihr Mann bauen rund 20 verschiedene Sorten Süßkirschen an. Sie leiten den Hof in dritter Generation – als letzter Obstbau im Vollerwerb. Denn neben den Wetterbedingungen haben die Landwirte mit Kostensteigerungen für Energie, Mindestlohn und strengen Pflanzenschutzvorschriften zu kämpfen.
Berit Diegmann, Obsthof Kiebe
„Wir kämpfen jedes Jahr, ob wir weiter machen oder nicht, also das Herz schlägt einfach für die Kirsche und man hängt einfach daran und man möchte es wirklich versuchen, einfach nicht so schnell aufzugeben. Aber wenn es so weiter geht, dann muss man einfach darüber nachdenken, ob man das so weiter machen kann.“


