Steigende Spritpreise bringen Speditionen ans Limit

„Das war doch klar, dass es nicht günstiger wird“ – ein treffender Kommentar heute an der Tankstelle. Seit gestern gilt die neue Regelung, dass nur noch einmal am Tag der Spritpreis erhöht werden darf – nämlich um 12 Uhr mittags. Der erste Tag mit der neuen Spritregel hat allerdings Zweifel aufkommen lassen, ob das wirklich etwas bringt. Denn bislang sieht man landauf landab nur Rekordbenzinpreise. Heute blicken wir nicht nur auf die Verbraucher, sondern auch auf eine Branche, die besonders unter den explodierenden Preisen leidet.

Punkt 12 Uhr mittags und die Preise an dieser Frankfurter Tankstelle steigen um durchschnittlich 11 Cent pro Liter – der Preis für Diesel sogar um 16 Cent. Damit liegt vor allem der Diesel-Preis noch einmal deutlich höher als gestern.   Das belastet nicht nur die Autofahrer,  sondern vor allem auch Speditionen. Mehr als 90 Prozent aller LKW fahren mit Diesel und die Spediteure können nur dann ihrer Arbeit nachkommen, wenn die Reifen rollen. Schon kleine Preisanstiege beim Diesel bedeuten für Sie enorme Mehrkosten.
Ist die Entlastung, die die Bundesregierung mit der neuen Regelung im Sinn hatte, also bereits gescheitert?
Maike Weilleitner, ADAC Hessen/Thüringen e.V.
„Also eine Entlastung an den Tankstellen sehen wir momentan noch nicht. Also die Spritpreise sind eher ein bisschen hoch gegangen als runter gegangen mit der neuen Regelung. Was das neue Modell bringt, ist vor allem Transparenz und Vorausschaubarkeit. Wir wissen jetzt tatsächlich das um 12 der Spritpreis immer am höchsten ist, da hatten wir vorher über den Tag verteilt immer so ein bisschen unterschiedliche Spitzen. Also daran können sich Autofahrer jetzt orientieren, aber dass der Spritpreis jetzt tatsächlich runter geht, das können wir noch nicht sehen.“
Der ADAC rät, wenn möglich, um kurz vor 12 zu tanken und Preise online  zu vergleichen. Weitere Entlastungen – auch für die Speditionen müssten jetzt folgen.
Maike Weilleitner, ADAC Hessen/Thüringen e.V.
„Der ADAC sieht vor allem die Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe als kurzfristig besseres Mittel, beziehungsweise ein Mittel geprüft werden sollte, um die Verbraucher direkt zu entlasten. Weil das könnte dann tatsächlich an den Zapfsäulen zu sehen sein.“
Eine Hoffnung, die auch viele Spediteure im Land teilen dürften. Denn wenn der Krieg im Nahen und Mittleren Osten noch lange anhält, könnten so manchem Unternehmen bald nicht nur die Sprit- sondern auch die Finanzreserven ausgehen.