Eintracht-Frauen wollen ins Europa-Cup-Finale

In genau einer Dreiviertelstunde rollt der Ball für die Fußballerinnen der Frankfurter Eintracht. Im Europapokal muss das Team im Halbfinal-Rückspiel im schwedischen Göteborg ran. Mit einem Finaleinzug könnten die Hessinnen an erfolgreichere Zeiten anknüpfen, doch nach der Schlappe im Hinspiel muss ein regelrechtes Fußball-Wunder her.

Noch haben die Frankfurterinnen ihren Humor nicht verloren, trotz geringer Aussichten auf ein Weiterkommen. 0:3 vor heimischer Kulisse gegen den Göteborger Bollklubben Häcken vergangene Woche, obwohl die Eintracht eigentlich die bessere Mannschaft war: Mehr Ballbesitz, mehr Torchancen, aber in der Abwehr zu nachlässig. Entsprechend war danach die Gemütslage.
Niko Arnautis, Trainer Eintracht Frankfurt Frauen
„Natürlich sehr enttäuscht direkt nach dem Abpfiff, aber auch noch am nächsten Morgen. Weil das Spiel an sich eigentlich kein 0:3 hergeben darf. Das ist natürlich sehr enttäuschend, weil es ein Hinspiel im Halbfinale ist, das du dann eigentlich nur noch im Rückspiel korrigieren kannst.“
Auch Frankfurts schwedische Nationalspielerin Rebecka Blomqvist war nach der Niederlage gegen einen Club aus ihrer Heimat enttäuscht, sagt aber jetzt:
Rebecka Blomqvist, Stürmerin Eintracht Frankfurt
„Fokus auf das Spiel, wir haben uns viel vorgenommen. Es ist alles möglich und wir werden einfach alles reinhauen. Und so ist auch die Stimmung im Team.“
Mit einem Finaleinzug könnte das Team an alte Zeiten erinnern, der letzte Europacup-Gewinn ist bereits elf Jahre her. Der Vorgängerverein 1. FFC Frankfurt stellte einst die halbe Nationalmannschaft, Titel reihte sich an Titel. Seit der Fusion mit der Eintracht 2020 kam keine weitere Trophäe hinzu. Trainer Niko Arnautis sieht dennoch eine positive Entwicklung unterm Adlerbanner.
Niko Arnautis, Trainer Eintracht Frankfurt Frauen
„Von 2016 bis 2020 waren wir im Niemandsland der Liga, jetzt haben wir uns viermal in Folge für Europa qualifiziert. Waren im Pokalfinale, sind jetzt im europäischen Halbfinale, stehen aktuell wieder auf Platz 3 trotz Umbruch.“
Im Rückspiel stehen mit der Japanerin Remina Chiba und der Australierin Hayley Raso nach deren Länderspiel-Einsätzen zwei Offensiv-Optionen mehr zur Verfügung. Durchschlagskraft wird die Eintracht brauchen, will sie mindestens vier Tore fürs Weiterkommen erzielen. Und dann noch ein kleines Fußballwunder.
Niko Arnautis, Trainer Eintracht Frankfurt Frauen
„Ich glaube, dass im Fußball alles möglich ist. Weil ich alt genug bin, um vieles schon erlebt zu haben. Natürlich muss alles zusammenpassen. Es passiert nicht jeden Tag, dass du ein 0:3 aufholst – aber es passiert schon das eine oder andere Mal. Und das macht uns dann natürlich Mut.“
Und sollte es kein Fußballwunder brauchen, dann doch zumindest eine gehörige Portion Glück.