Neue Regelung sorgt für Allzeit-Hoch beim Spritpreis
Dieser Tag heute dürfte in die Geschichte eingehen. Eigentlich sollte eine neue Regelung für günstigeren Sprit sorgen – nur noch einmal am Tag dürfen Tankstellen den Preis für Kraftstoffe erhöhen. Statt günstigerem Sprit springt der Benzinpreis allerdings auf ein Allzeithoch – die Verbraucher sind ernüchtert.
Autofahrer müssen an der Zapfsäule momentan stark sein. Preise von weit über zwei Euro pro Liter gehören nun zum Alltag. Der Ärger ist riesig. Die Bundesregierung hat deshalb kurzfristig ein Maßnahmenpaket verabschiedet. Tankstellen dürfen nur noch einmal am Tag – um 12 Uhr mittags – ihre Preise anheben. Preise absenken ist hingegen jederzeit möglich. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erhofft sich dadurch stabilere Preise an der Zapfsäule. Heute war es dann so weit mit der Tagespreiserhöhung. An dieser Tankstelle in Bad Soden im Taunus steigt der Dieselpreis pünktlich um 12 Uhr um 6 Cent auf 2,36 Euro. Teilweise fallen die Preise im Laufe des Tages wieder. Doch eine wirkliche Entlastung durch die neue Regelung spürt hier niemand.
Iris Hanke, Rentnerin
„Ja, das ist wieder mal so ein fauler Kompromiss. Es geht ja eigentlich nur nach oben. Oder haben Sie schonmal erlebt, dass es nach unten geht?“Jens Saarholz, Informatiker
„Ich glaube, es ist schwierig zu sagen, weil letztendlich wird die Erhöhung – ob sie jetzt mehrfach am Tag ist, hoch oder runter – sie wird den Marktpreis widerspiegeln.“Cécile Cahn von Seelen
„Der Trend: Wir werden auf lange Zeit nicht mehr günstig Tanken. Ich glaube unter zwei Euro ist es illusorisch.“
Auch der ADAC sieht in der neuen Regelung nur wenig Chancen auf sinkende Preise.
Sprecher ADAC
„Das neue System wird das allgemeine Preisniveau voraussichtlich nicht senken. Die Höhe der Spritpreise hängt auch weiterhin maßgeblich von Faktoren wie dem Ölpreis, Steuern und Abgaben ab. Erwartet werden vor allem Veränderungen im Tagesverlauf der Preise, weniger jedoch beim generellen Niveau.“
Für den Tankstellen-Interessenverband ist die Änderung zwar ein Schritt in die richtige Richtung. Der erste Preisanstieg heute sorgt trotzdem für Sorge.
Herbert Rabl, Tankstellen Interessenverband e.V.
„Das ist einfach schwierig. Weil wir haben auf diese Art und Weise innerhalb von einer Minute einen Preissprung gesehen, der die Verbraucher abschrecken wird und der den Groll auf die Tankstellen und auf die Mineralölkonzerne noch erhöht. Und das ist für uns Pächter schlecht, weil wir bekommen den ganzen Stress ab.“


