Landwirte stellen Forderungen an neue Landesregierung

Nicht nur die Autofahrer schauen aktuell besorgt auf die Spritpreise. Auch die Landwirte sind betroffen. Steigende Diesel- und Düngerpreise werden zur existenzbedrohenden Herausforderung. Von der neuen Landesregierung in Rheinland-Pfalz erhoffen sich die Landwirte deshalb schnelle und vor allem wirksame Maßnahmen. Der rheinland-pfälzische Bauernverband hat heute seinen Forderungskatalog vorgestellt.

Peter Kunoth betreibt Viehzucht und Ackerbau. Seine Rinder bekommen  Futter aus eigenem Anbau. Der Preis des dafür notwendigen Düngers ist in den letzten Wochen explodiert, genauso wie der des Diesels, den Kunoth für seine Traktoren braucht. Er und viele andere Landwirte in Rheinland-Pfalz spüren die Auswirkungen des Iran-Krieges besonders.
Peter Kunoth, Landwirt aus Montabaur
„Wenn man Diesel und Dünger zusammenrechnet, komme ich bei mir im Betrieb alleine auf wenigstens 25.000 Euro. Die mich das dieses Jahr mehr kostet. Da wir jetzt grade im Ackerbau eh schon am Limit waren, wird’s wohl in diesem Wirtschaftsjahr leider in die roten Zahlen gehen.“
Deshalb müsse die neue Landesregierung den Bund dazu bringen, die Mehrwertsteuer und die CO2-Abgaben für Landwirte zu senken. Sagt Marco Weber, der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau.
Marco Weber, Präsident BWV
„Luxemburg hat aktuell für die Landwirte einen Dieselpreis von 75 Cent pro Liter. Wir liegen heute aktuell bei 2,29 Euro. Das ist kein fairer Wettbewerb mehr, da ist keine Vergleichbarkeit mehr.“
Neben Steuersenkungen fordert Weber radikale Maßnahmen beim Bürokratieabbau. Die Umsetzung hätte er als parlamentarischer Geschäftsführer der FDP in der scheidenden Regierung zwar selbst vorantreiben können, seine Forderung an die neue lautet trotzdem: „Rasenmähermethode“.
Marco Weber, Präsident BWV
„Der Gesetzgeber muss jedes Jahr zehn Prozent der Gesetze reduzieren. Er kann selbst entscheiden wo. Aber er muss. Und wenn ich keine Gesetze mehr habe, brauche ich auch keine ausführenden Verwaltungsbeamte, die sich an dem Gesetz orientieren.“
Die Bürokratie sei auch für die Kinder von Peter Kunoth der Hauptgrund, seinen Hof nicht weiterführen zu wollen.
Peter Kunoth
„Die fünfte Generation wird’s leider nicht weitermachen. Was schon wehtut. Weil ich habe damals mit der Landwirtschaft begonnen aus viel Leidenschaft.“
Übel nimmt Peter Kunoth seinen Kindern die Entscheidung nicht. Er selbst will trotzdem weitermachen.