Seltenes Netzgiraffen-Baby „Mumbi“ im Opelzoo geboren

Nach knapp 15 Monaten Tragzeit hat die Giraffe „Maja“ ihren ersten Nachwuchs auf die Welt gebracht. Die Tierpfleger tauften das zierliche Kalb in Anlehnung an seine afrikanische Herkunft auf den kenianischen Namen “Mumbi”.

Mumbi – das bedeutet „Die Gründungsmutter“ oder die „Urmutter“. Ein ganz schön großer Name für ein kleines Baby. Wobei klein nicht so richtig stimmt, denn Mumbi misst schon stolze 1 Meter 73. Und die wollen heute viele Neugierige  sehen. Das ist dem kleinen Giraffenmädchen erst mal nicht so geheuer. Nach der Geburt geht es Mutter und Kalb zunächst gut, doch dann gibt es Probleme:
Jörg Jebram,  Koordinator Europäisches Artenschutzprogramm für Giraffen
„Wir haben dann eben festgestellt, dass trotz Bemühungen Mutter-Kind-Bindung anzuregen die Mutter sich zwar ansatzweise um das Kleine gekümmert hat, also mal abgeleckt hat und so weiter, aber eben es nicht trinken ließ.“
Die Tierpfleger müssen eingreifen. Jetzt wird Mumbi mit der Flasche aufgezogen. Der Kontakt zwischen Mensch und Tier wird dabei aber so gering wie möglich gehalten.
Jörg Jebram, Koordinator Europäisches Artenschutzprogramm für Giraffen
„Nur einmal kurz die Flasche geben und dann das Tier wieder zurück in die Gruppe kommt, wo sie dann eben auch gerade von Kimia, also die Kuh, die letztes Jahr geboren hat, abgeleckt wird und dann dort eben lernt, dass sie ne Giraffe ist.“
Netzgiraffen leben in Afrika und sind vom Aussterben bedroht. Das liegt zum einen daran, dass ihr Lebensraum durch wachsende Städte immer kleiner wird, zum anderen aber auch an der illegalen Jagd auf die Tiere.
Jörg Jebram, Koordinator Europäisches Artenschutzprogramm für Giraffen
„In den letzten 30 Jahren ist die Population der Netzgiraffe um 42 Prozent zurückgegangen. Das heißt wir brauchen in unseren Zoos Reservepopulationen, wo wir für den Fall der Fälle also Tiere noch haben und wenn dann irgendwann vielleicht mal die Bedrohungsfaktoren in Afrika in den Griff bekommen wurden und nicht mehr existieren, dass dann die Möglichkeit besteht, Tiere wieder zurückzubringen.“
Die Geburt ist deshalb ein großer Erfolg für den Zoo und das Europäische Artenschutzprogramm. Das freut auch die Besucher, auch wenn die Erwartungen unterschiedlich ausfallen.
Janine Liebermann
„Also ich find’s mega süß, wir sind extra wegen dem Giraffenbaby tatsächlich hergefahren und ich hätte es mir größer vorgestellt, wenn ich ehrlich bin.“
Yannick Weps
„Tatsächlich hab ich mir das sogar kleiner noch vorgestellt. Ja, aber sehr süß.“
Sobald die Temperaturen steigen, soll Mumbi mit dem Rest der Giraffenherde auch die Außenanlage erkunden, die sie sich mit Zebras, Gnus und Impalas teilen. Bis dahin bleibt dem kleinen Wirbelwind noch genug Zeit zum Kennenlernen ihrer Giraffen-Großfamilie.