Nachfahre von Brentano vermacht Brentanohaus in Oestrich-Winkel historische Sammlung
Das Brentanohaus gilt als einzigartiger Erinnerungsort der Rhein-Romantik und war Treffpunkt der Freundschaftskreise jener Zeit. Zu den zahlreichen Gästen aus Politik und Kultur zählen Johann Wolfgang von Goethe und die Brüder Grimm. Nun wurde die Sammlung durch eine private Schenkung eines direkten Nachfahrens der Familie Brentano erweitert.
432 Objekte, darunter etliche Möbel, Gemälde, Porzellan und Silber. All das stammt nachweislich aus dem historischen Bestand des Brentanohauses. Dank Burkhard Michaeli, dem Ur-Großenkel von Marga von Brentano kehren die Objekte wieder an ihren Ursprungsort zurück.
Dr. Burkhard Michaeli, Brentano-Nachfahre
„Wenn man ein Erbe bekommt hat man auch Verantwortung damit umzugehen. Und für mich war die Frage ‚Was kann ich damit anstellen, was auch anderen Leuten dann zugute kommt‘? Ich selbst bin darin groß geworden, ich bin quasi in einem Museum aufgewachsen und für mich war es ein Anliegen, dass auch andere Leute in einem Museum sich dann diese Gegenstände anschauen können, die bei uns zum Leben dazugehörten.“
Alle Objekte sind in einem sehr guten Zustand, denn sie wurden aufwendig restauriert. Mit den einzelnen Stücken verbindet Burkhard Michaeli Erinnerungen an seine Kindheit und die Besuche im Brentanohaus.
Dr. Burkhard Michaeli, Brentano-Nachfahre
„Die silberne Kuh, eine Milchkuh, die wir beim Kindergeburtstag benutzt haben , um eben Milch in die Tassen zu bekommen. Sehr verbunden war ich auch mit der Porzellanuhr, die etwas schwierig ist aufzuziehen, aber, wenn ich im Haus war ist die Uhr gelaufen und wenn ich dann weg war hieß es: ‚Ah, der Burkhard ist nicht mehr da, jetzt ist die Uhr stehen geblieben‘.“
Das Haus war über 200 Jahre im Besitz der Familie Brentano bevor das Land Hessen es 2014 kauft. Seitdem wurde es vom Träger Staatliche Schlösser und Gärten Hessen schrittweise saniert und restauriert. Die wohl bekanntesten Zimmer des Hauses sind die beiden Goethe-Zimmer, in denen sich der Dichter bei seinem Besuch im Jahr 1814 aufhält. Die neuen Objekte stammen zwar nicht aus jener Zeit, aber sie erweitern den historischen Fundus und machen die Geschichte erlebbar. Das freut auch den Hessischen Kulturminister.
Timon Gremmels (SPD), Kulturminister Hessen
„Weil hier etwas zurückkehrt an einen authentischen Ort. Die Stücke, die uns jetzt dankenswerterweise überlassen worden sind per Schenkung kommen hier aus dem Brentanohaus, waren hier an authentischen Orten und sind dann in die weite Welt gezogen, kommen nun wieder zurück. Eine Schenkung und dann noch eine restaurierte Schenkung, das ist ein großartiger Tag für das kulturelle Erbe.“
Und ganz vielleicht kommen in der Zukunft noch weitere Schätze dazu. Denn Burkhard Michaeli hat keine Erinnerungsstücke für sich selbst behalten.
Dr. Burkhard Michaeli, Brentano-Nachfahre
„Im Gegenteil. Ich hab auch noch gesagt, dass im Haus wird sich mit Sicherheit noch irgendwas finden, wenn ich dann mal renoviere und wirklich alle Ecken des Hauses erkundet habe. Ne ne also was ich da noch finde, das kommt dann auch hier wieder zurück.“


