Lehrkräftepreis: Roland Struwe aus Kelkheim ist einer der besten Lehrer Hessens

Das haben wir uns in der Schule bestimmt alle gefragt: Was hilft mir dieser Unterricht für mein späteres Leben? An der Eichendorff-Schule in Kelkheim im Main-Taunus-Kreis lautet die Antwort schon lange: sehr viel! Denn hier wird jedes Jahr aufs Neue eine Schüler-Firma gegründet. Und das unter Anleitung von Geschichts- und Politik-Lehrer Roland Struwe. Für sein Engagement hat er jetzt den Deutschen Lehrkräftepreis bekommen.

Roland Struwe kommt 2012 als Lehrer an die Eichendorffschule und führt kurz danach das Projekt Schülerfirma ein. Seitdem gründen seine Schüler jedes Jahr aufs Neue ein real existierendes Unternehmen, samt eigener Produktidee, Marketingstrategie und Finanzplanung. Am Ende soll das Produkt auch produziert und verkauft werden. In diesem Jahr, ein Brettspiel …
Roland Struwe
„…in dem man als Spieler in die Rolle eines Landes schlüpft, das versuchen muss seine Standortfaktoren schrittweise zu verbessern, um Unternehmen anzulocken. In jeder Runde wird ein Unternehmen aufgedeckt. Und derjenige, der die Anforderungen des Unternehmens am besten erfüllt, der bekommt dieses Unternehmen und gewinnt somit Steuereinnahmen, beziehungsweise Punkte.“
Mindestens eine Doppelstunde pro Woche kommen diese Elftklässler in der AG zusammen und lernen so Schlüsselkompetenzen, die im regulären Unterricht zu kurz kommen.
Roland Struwe
„Zeitmanagment ist ein ganz wichtiger Punkt. Kommunikationsfähigkeit. Die Schüler müssen plötzlich mit Leuten in Interaktion treten, die für sie fremd sind. Müssen telefonieren, förmliche E-Mails schreiben. Das ist alles ganz neu für die Schüler.“
Bei der Arbeit im Team müssten die Schüler zudem lernen Kompromisse einzugehen und im Sinne der Firma zu handeln. Dass sie bereits in der Schule auf ihr Berufsleben vorbereitet werden, kommt bei den Schülern an.
Liam Weick
„Ich glaube, das bringt uns schon sehr viel weiter, dass wir wissen wie man mit Finanzen umgeht. Pitch Decks macht, mit Leuten redet, Interviews führt und alles. Also das ist schon sehr praktisch.“
Lina El Khoual
„Sehr interaktiv. Also jede Woche ist es was Neues. Man arbeitet nicht nur jetzt in seiner Gruppe, also hier im Marketing. Sondern man interagiert halt auch mit den anderen. Und muss halt auch bestimmte und verschiedene Rollen einnehmen.“
Johann Haschtschek
„Es ist viel praxisnäher als normaler Schulunterricht. Gerade, weil man eben nicht so viel in die Theorie geht. Sondern auch mit Unternehmen redet, Unternehmern. Man hat viele Termine, Telefonate.“
Seine Schüler sind so begeistert, dass sie Roland Struwe für Deutschen Lehrerkräftepreise nominieren.  Unter 6500 Lehrern zeichnet ihn die Jury in Berlin als einen der besten Lehrer Deutschlands  aus. Darunter auch Jurymitglied  Susanne Lin-Klitzing aus Marburg.
Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes
„Herr Struwe ist ein begeisterter und begeisternder Lehrer. Er fordert viel, er fördert viel. Er brennt für seine Fächer. Und er brennt für seine Schülerinnen und Schüler. Und das haben sie ihm jetzt zurückgegeben.“
Die Auszeichnung für ihn eine große Anerkennung und Wertschätzung.
Roland Struwe, Sieger der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“
„Ich bin den ganzen Tag wie auf weichen Wolken gegangen, weil das natürlich eine einzige warme Dusche ist, die man da abbekommt, an so einem Tag. Also es spornt an, es gibt Motivation.“
Gleichzeitig sei es aber auch eine Bürde. Denn er habe in jeder Unterrichtsstunde den Anspruch an sich selbst, dieser Auszeichnung auch gerecht zu werden. Dass ihm das gelingt hört man bei seinen Schülern raus.
Lina El Khoual
„Er motiviert uns dazu, selber Verantwortung zu tragen. Und unsere Ideen redet er eigentlich immer sehr gut. Und er ist auf jeden Fall eine gute Stütze bei dem ganzen Projekt.“
Caja Fuchs
„Er ist sehr engagiert und bereitet einen für das Leben vor. Er achtet sehr darauf, dass du im späteren Leben auch was davon hast, was du in der Schule machst.“
Im April könnte die Eichendorffschule noch einen weiteren Preis einheimsen. Denn dann treten die Schüler mit ihrer Firma beim Landeswettbewerb Hessen an. Natürlich mit der Unterstützung ihres Lehrers Roland Struwe.