BASF in Ludwigshafen verschärft Sparkurs – bereits 4.800 Stellen gestrichen
Die deutsche Wirtschaft stagniert. Viele Unternehmen sind in schwieriges Fahrwasser geraten. So auch der Chemie-Riese BASF. Heute hat das größte rheinland-pfälzische Unternehmen an seinem Stammsitz in Ludwigshafen Bilanz gezogen.
Der Chemiekonzern BASF blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 59,7 Milliarden Euro. Auch der Betriebsgewinn ging zurück um 9,5 Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Euro. Gründe sind vor allem hohe Energiepreise, steigende Kosten und eine schwächere Nachfrage. Besonders das Stammwerk in Ludwigshafen ist derzeit nicht voll ausgelastet. Auch auf das laufende Jahr blickt der Finanzchef skeptisch.
Dirk Elvermann, Vorstand Finanzen BASF
„Die Chemieindustrie ist insgesamt weiterhin in einer schwierigen Situation. Es gibt massive Überkapazitäten im Moment auf dem Markt. Es gibt auch relativ große Unsicherheiten, was die geopolitische Situation angeht. Mit diesen Unsicherheiten müssen wir umgehen. Und auch die Kosten in der Industrie sind momentan relativ hoch, deshalb haben wir hier den Fokus die Kosten dementsprechend zu senken.“
Kosten senken heißt vor allem: Stellen abbauen. In den vergangenen zwei Jahren haben rund 4.800 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Außerdem wurde die Zahl der Führungskräfte um elf Prozent reduziert. Gleichzeitig gibt es eine Zusage: Bis Ende 2028 soll es in Ludwigshafen keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Für Diskussionen sorgt auch ein anderer Schritt: BASF will rund 4.400 Werkswohnungen in Ludwigshafen verkaufen.
Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender BASF
„Mir ist wichtig zu betonen, dass wir sehr gut nachvollziehen können, dass wir mit dieser Nachricht Leute verunsichert haben. Hier in und um Ludwigshafen. Das ist sehr verständlich. Und wir verstehen auch die Irritation, die wir damit aufgelöst haben, sowohl bei den Verantwortlichen hier für politische Ämter als natürlich auch insbesondere bei den Mietern, die in diesen Wohnungen leben. Das ist uns völlig klar. Wir wollen uns da aus keiner Verantwortung herausziehen aber wir müssen eben auch der Realität ins Auge schauen, dass das eben ein Kapital ist, das wir im Unternehmen an anderer Stelle gut gebrauchen können.“
Investiert wurde unter anderem in das neue große BASF-Werk in China. Verliert der Standort Ludwigshafen angesichts der hohen Investitionen im Ausland langfristig an Bedeutung für den Weltkonzern?
Dirk Elvermann, Finanzchef BASF
„Wir sind gerade mit aller Kraft dabei den Standort Ludwigshafen zu stärken. Er wird ein bisschen kleiner, aber schlagkräftiger. Da sind wir auf einem guten Weg.“


