Grenzkontrollen verlängert – Im Gespräch mit Bundespolizist Stefan Döhn

Sieht die Bundespolizei in den Kontrollen auch ein wichtiges Instrument gegen illegale Migration? Und wie lange ist das personell noch leistbar?

Eva Dieterle, Moderatorin:
Und genau da schalten wir jetzt hin, zur A64 an die Grenze zu Luxemburg zu Stefan Döhn, dem Sprecher der Bundespolizei Trier. Guten Tag.
Stefan Döhn, Sprecher Bundespolizei Trier:
Guten Tag.
Dieterle:
Herr Döhn, laut Bundesinnenministerium sind die Grenzkontrollen ein wichtiges Instrument im Kampf gegen illegale Migration. Sehen Sie das auch so?
Döhn:
Ja, die Grenzkontrollen wurden eingeführt im September 24, wurden jetzt nochmals verlängert bis September 26. Das ist ein gutes Instrument zur Eindämmung der unerlaubten Migration. Die Zahlen geben uns recht. Wir sind hier an der luxemburgischen Grenze, wo die Bundespolizei unter anderem zuständig ist. Wir hatten in diesem Zeitraum knapp 1.900 unerlaubte Einreisen, wovon 1.300 Personen zurückgewiesen wurden nach Luxemburg. Und wir hatten über 230 Haftbefehle.
Von daher kann man schon von einem Erfolg oder von dem Erreichen der polizeilichen Ziele sprechen.
Dieterle:
Sie und Ihre Kollegen sind Tag für Tag an den Grenzen im Einsatz, das bindet viele Kräfte. Schon jetzt haben sich bei der Bundespolizei die Überstunden auf fast 3 Millionen angehäuft. Sind die Grenzkontrollen auf lange Sicht leistbar?
Döhn:
Aber wir führen die jetzt schon so lange durch. Es ist natürlich sehr personal- und zeitintensiv, aber jeder gibt sein Bestes. Es wird auch wieder eine Zeit kommen, wo man vielleicht die eine oder andere Überstunde aber abbauen oder abarbeiten kann. Aber zurzeit wird man halt dort gebraucht, wo es brennt. Das ist an der Grenze und auch an der Bahn und dafür sind die Kolleginnen und Kollegen da.
Dieterle:
Wir haben gerade im Beitrag das Stichwort „smarte Grenzkontrollen“ gehört. Wäre das hier an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Luxemburg praktisch überhaupt umsetzbar, Berufspendler und andere Einreisende zu trennen?
Döhn:
Also wir haben keine Vollkontrollen, auch nicht dort, wo wir gerade stehen, sondern wir haben stichprobenartige Kontrollen. Und wir versuchen, den Verkehr so weit wie möglich zu beschleunigen oder beziehungsweise so wenig wie möglich zu beeinflussen. Manchmal gelingt es uns mehr, manchmal weniger. Da kann man die Pendler ab und an verstehen. Aber ich denke, 15 – 20 Minuten opfern für die Sicherheit der Bundesrepublik müsste eigentlich drin sein. Und wir versuchen schon so wenig wie möglich den Verkehr, die Pendler zu beeinflussen. Und ja, ich denke schon, dass uns das gelingt. Die Kontrollen müssen sein. Sie sind ein Instrument für die Sicherheit der Republik und deshalb sind wir da und das erfüllen wir diese auch aus.
Dieterle:
Die Grenzkontrollen werden bis September verlängert – danke an Stefan Döhn von der Bundespolizei Trier.
Döhn:
Gerne.