Uecker-Ausstellung „Verletzlichkeit der Welt“ in Remagen
Ein Nagel als Kunst – damit hat Günther Uecker Kunst-Geschichte geschrieben. Der international bedeutende Künstler der Nachkriegs-Zeit ist Mitte vergangenen Jahres gestorben. Im Arp Museum in Remagen läuft nun die letzte Ausstellung, an der Uecker selbst noch mitgewirkt hat.
Ob lang oder kurz, dick oder dünn – Nägel bestimmen Günther Ueckers Kunst. Er schlägt sie nicht nur in Leinwände, sondern auch in Alltagsgegenstände. Was für andere Künstler der Pinsel ist, sind für Uecker die Nägel.
Jacob Uecker, Sohn von Günther Uecker
„In den frühen Arbeiten ging es darum diese zweidimensionale Bildoberfläche eher aufzubrechen, dass die Arbeit in den Raum übergeht, in dem der Betrachter ist. Das es einen Austausch gibt zwischen dem Betrachter und dem Werk. Später dann fungierte der Nagel, als etwas, was die Bildfläche ausbricht, auf eine verletzende Art dann auch. Und die Bildfläche als Körperfläche auch betrachtet.“
Jacob Uecker ist einer der Söhne von Günther Uecker, er hat die Ausstellung mit konzipiert. Neben den Nägeln spielt Bewegung eine zentrale Rolle in Ueckers Werken –Maschinen lassen seine Kunstwerke per Knopfdruck lebendig werden. So wie die tanzende Nadel für Pina Bausch, eine berühmte Tänzerin und Choreographin . Der Nähmaschinentisch stammt von der Schneiderin, die ihre Kostüme damals angefertigt hat. 2019 entstanden, feiert das Werk jetzt Weltpremiere.
Julia Wallner, Museumsdirektorin
„Die Ausstellung ist tatsächlich die letzte an der Günther Uecker noch selber mitgewirkt hat und zugleich die erste nach seinem Tod. Für uns schließt sich damit in gewisser Weise auch ein Kreis, weil Günther Uecker wirklich von Beginn auch dem Künstlerbahnhof Rolandseck verbunden war. Also wirklich schon seit den 1960er Jahren auch mit Werken vertreten, die hier diese Zeit Rückspiegeln und damit ist es wirklich für uns auch ein ganz großes Herzensanliegen gewesen.“
1964, lange bevor der Bahnhof ein Museum wurde, nagelte sich Günther Uecker über die Treppe bis in die oberen Stockwerke – zu sehen im Film ‚Die Treppe‘. Extra für das Arp Museum hat er auch das ‚Bett zum Aufwachen‘ kreiert. Zusammen mit 43 weiteren Werken bilden sie die Ausstellung „Verletzlichkeit der Welt“. Die zu konzipieren, keine leichte Aufgabe, denn der ist Künstler kürzlich verstorben.
Jacob Uecker, Sohn von Güther Uecker
„Es war eine außergewöhnliche Herausforderung, weil Uecker hatte einen teil der Ausstellung mitbestimmt und Ideen entwickelt, es gibt eine Skizze auch, wo er das ausgezeichnet hat. Das war aber ein Raum nur oder ein Teil. Und nach seinem Tod war mir auch klar, die Arbeit geht weiter. Das war für ihn immer wichtig, die Arbeit geht weiter und das Wichtigste ist, dass die Ausstellung dann gut ist. Aber es war sehr schwierig und zu imaginieren, wie als Künstler das weitergedacht hat, ist unmöglich.“


