Bonobo-Äffchen im Frankfurter Zoo geboren
Im Frankfurter Zoo ist im Dezember ein kleiner Bonobo auf die Welt gekommen. Eine große Freude, denn die kleinste Art der Menschenaffen ist stark gefährdet.
Trinken, schlafen und ganz viel kuscheln. Während die anderen Jungtiere im Gehege herumtollen, bleibt der kleine Faro ganz eng bei Mama Mixi. Bis er ein Jahr alt ist, wird er den Bauch seiner Mama nicht verlassen.
Lena Kämmerer, Tierpflegerin Zoo Frankfurt
„Das heißt da ist 24 Stunden Körperkontakt und das braucht, also allein durch die Wärme, aber tatsächlich auch für das Geborgenheitsgefühl. Die Fellpflege ist auch ein ganz wichtiger Teil für die Bindung. Also die Mutter ist sehr viel damit beschäftigt das Fell zu pflegen, kleine Schuppen vielleicht zu entfernen oder Pickel auszudrücken. Das trägt ein ganz ganz großen Teil zur Bindung bei.“
Faro ist schon das vierte Baby von Mixi und die erfahrene Mama kümmert sich bestens. Bonobos sind sehr sozial. In der Natur kommen sie in Gruppen von bis zu 100 Tieren vor, die sich immer mal wieder in kleinere Einzelgruppen auftrennen, beispielsweise zur Nahrungssuche, und dann wieder zusammenkommen.
Lena Kämmerer, Tierpflegerin Zoo Frankfurt
„Das versuchen wir hier auch so gut es geht zu simulieren. Wir haben zwei getrennte Gruppen, insgesamt 17 Bonobos, nein 18 Bonobos jetzt mit Faro. Und wir versuchen immer mal wieder Individuen auszutauschen innerhalb der Gruppen, einfach um die Sozialstruktur zu stärken. Natürlich versteht sich nicht jeder mit jedem, das ist ganz normal, das ist ja bei uns Menschen genauso.“
Toben, schlafen, kuscheln, spielen. Es gibt viel zu sehen bei den Bonobos. Und das ein oder andere Verhalten ist manchmal gar nicht so fremd.
Ella (7)
„Wie meine Schwester. Die Affen sind so süß, aber auch irgendwie lustig.“Johanna (9)
„Irgendwie wie sie sich verhalten, sie sind ja sehr menschlich, aber dann irgendwie verhalten sie sich ganz anders. Ich weiß, dass es mit meiner Schwester immer sehr witzig ist.“
Seit über 70 Jahren leben Bonobos, auch Zwergschimpansen genannt, im Zoo in Frankfurt. Auch die weltweit erste Nachzucht der Tiere gelingt hier. Die Haltung der Menschenaffen sorgt immer wieder für Kritik, doch sie ist essentiell für den Artenschutz, denn sie gelten als stark gefährdet. In ihrem natürlichen Lebensraum, in der Demokratischen Republik Kongo, werden die Tiere wegen ihres Fleisches und zum Verkauf an Privatpersonen gejagt. Deshalb ist man hier sehr glücklich über Faros Geburt.
Lena Kämmerer, Tierpflegerin Zoo Frankfurt
„Bei den Bonobos ist es so, dass die männlichen Tiere nicht so dominant sind, also die Weibchen haben das Sagen. Das heißt die männlichen Tiere sind auch immer noch ihr Leben lang immer so auf einen gewissen Schutz der Mutter angewiesen.“


