Bundesminister Pistorius besucht Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw in Koblenz
Morgen jährt sich der Angriff Russlands auf die Ukraine zum vierten Mal – und damit auch die vom damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufene „Zeitenwende“, die Deutschlands Verteidigung vor neue Herausforderungen stellt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr – umgangssprachlich das „Beschaffungsamt“ . Heute hat die Koblenzer Behörde Besuch von ihrem obersten Dienstherrn bekommen.
Träge, behäbig, verkrustet – das war lange der Ruf DER Behörde, die für die Ausstattung der Bundeswehr mit Material und Waffen zuständig ist, also Panzer und Helme einkauft. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius will und muss deshalb beim Beschaffungsamt einiges umkrempeln, hatte aber mit einer Standortgarantie zuletzt gute Nachrichten für Koblenz im Gepäck. Und lobt heute die Mitarbeiter.
Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
„Eine der wirklich viel gescholten Behörden in Deutschland. Wir haben eine Neigung in Deutschland unsere Behörden mit Kritik und Häme zu überziehen. Das BAAINBw hat in den letzten Jahren, Ich hab es deutlich gesagt, den Turnaround geschafft, hat unglaublich Tempo aufgenommen bei den Beschaffungsvorlagen. Jetzt geht es aber in Zukunft darum, dass jedes Jahr dreistellige Milliarden Beträge umgesetzt werden müssen. Wir müssen Fesseln abwerfen, wir müssen Behinderungen lösen. Wir müssen Bremsen lösen.“
Über 6.000 Mitarbeiter hat die riesige Behörde allein an Rhein und Mosel. Dabei soll es bleiben. Und das obwohl der Bundesrechnungshof von „zu vielen Akteuren“ und einem „System der organisierten Verantwortungslosigkeit“ als Grund für die langsame Beschaffung spricht. Doch unter der fast dreijährigen Leitung von Annette Lehnigk-Emden ist das Amt nachweislich schneller geworden. Mehr Tempo verspricht sich die Präsidentin auch durch das neue Beschaffungsbeschleunigungsgesetz.
Annette Lehnigk-Emden, Präsidentin Bundeswehr-Beschaffungsamt (BAAINBw) Koblenz
„Also die Kritik trifft mich sehr. Weil Herr Bundesminister hat es eben gesagt wir haben Tempo draufgelegt. Natürlich kann man immer besser werden und insofern nutzen wir jetzt die Verbesserung der Strukturen, einfach um unsere internen Prozesse, die bei uns im Amt liegen noch mal zu hinterfragen und zu verbessern und dadurch Agilität, Flexibilität und Schnelligkeit zu bekommen.“


