Eintracht vor Bayern-Spiel: Der 17:30-Sporttalk mit Thorsten Arnold

Der Umschwung bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt scheint gelungen, Bilanz bislang unter dem neuen Trainer Albert Riera: zwei Spiele – vier Punkte! Warum die Euphorie an diesem Wochenende einen Dämpfer erhalten könnte und über die Aufgaben unserer anderen heimischen Teams spricht Markus Appelmann mit unserem Sportreporter Thorsten Arnold.

Markus Appelmann, Moderator:
Ja, Thorsten, könnte gut sein dass Riera erst mal bei den vier gewonnenen Punkten stehen bleibt, oder?
Thorsten Arnold, Sportreporter:
Na klar, und den Grund dafür sehen wir hier: die Eintracht muss morgen zum Tabellenführer FC Bayern. Ich will nicht sagen, dass da nichts zu holen ist, die Augsburger haben es ja jüngst vorgemacht. Aber man kann sich da auch ne ziemliche Klatsche abholen. Aber der Senor Riera, der fürchtet sich vor niemandem und wir hören mal direkt rein, was er gerade vorhin zum schweren Auswärtsspiel in München gesagt hat.
Albert Riera, Trainer Eintracht Frankfurt
„Was ich von meinen Spielern morgen verlange, ist, dass sie Persönlichkeit und Charakter zeigen, wenn wir im Ballbesitz sind. Wir müssen uns als Team präsentieren, das einiges ausprobieren wird. Die Bayern möchten nicht laufen, die wollen den Ball haben. Also wenn wir mal den Ball haben, dann müssen wir sie einfach laufen lassen. Schauen Sie, das ist ein Spiel, das ist Fußball, das ist wunderbar und nicht immer gewinnt der Favorit. Wir werden unsere Chancen bekommen und wir werden sie nutzen.“
Arnold:
Und in München nicht dabei sein kann Rasmus Kristensen, der Verteidiger, der hat sich jetzt hinzugesellt zum Lazarett, mit einer Verletzung am Sprunggelenk, muss wohl operiert werden.
Appelmann:
Wir schauen auf unseren anderen Erstligisten, auf Mainz 05 und da steht zum Heimspiel heute Abend ein runder Geburtstag an
Arnold:
Trainer Urs Fischer der wird ausgerechnet heute am Spieltag 60 Jahre alt. Da gratulieren wir natürlich von hier aus ganz herzlich. Aber ob der Gegner, der HSV, viele Geschenke für ihn da lässt, das wage ich doch mal zu bezweifeln. Jedenfalls: die Familie ist da, ein Teil zumindest und natürlich die Frage: wie groß wird denn nach Abpfiff noch gefeiert?
Urs Fischer, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Ja, nachher noch ein bisschen feiern – also das wird schwierig. Irgendwo um 24 Uhr komme ich da raus, fahre dann zurück aufs Trainingsgelände. Die Analyse für Samstagmorgen sollte dann noch vorbereitet werden. Also von daher: wir haben zu tun.“
Arnold:
Na, das ist aber ein ziemlich trauriger Geburtstagsausklang. Aber interessant: nachher nach dem Abpfiff, jeder geht nach Hause. Außer dem Trainerteam, das bereitet tatsächlich noch den nächsten Morgen vor, hätte ich so auch nicht gedacht.
Appelmann:
Thorsten, wir schauen direkt in die zweite Liga und da grüßt tatsächlich der SV Darmstadt 98 vor dem Heimspiel morgen gegen Fortuna Düsseldorf immer noch von einem direkten Aufstiegsplatz.
Arnold:
Ja das ist natürlich der Lohn für die Arbeit des Trainers und der Kaderplanung des Vereins. Florian Kohfeldt kann wirklich aus einem Füllhorn an starken Spielern schöpfen, hat jetzt zum Beispiel im Sturm ein absolutes Überangebot – und das führt natürlich auch zum ein oder anderen Problem.
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„Einzelne Spieler müssen dann natürlich auch ihr Ego für kurze Momente hinten anstellen. Aber das schöne ist – da greife ich noch mal aufs Kaiserslautern-Spiel zurück – dass glaube ich jeder Spieler glaubwürdig weiß und auch gemerkt hat: es kommen die Momente und sie sind wichtig und sie sind da und sie sind Teil unseres Erfolges. Dementsprechend schließe ich den Kreis damit. Wir haben auf ganz vielen Positionen gerade Luxusprobleme – und die habe ich sehr gerne.“
Arnold:
Von diesem Luxus, da träumen andere Vereine. Das wird auf jeden Fall wieder ein Festtag am Böllenfalltor in diesem Traditions-Duell, Stadion ist ausverkauft, um 13 Uhr geht’s los.
Appelmann:
Traditionsduell ist auch das Stichwort für das Spiel des 1. FC Kaiserslautern, auf das wir noch schauen. Es geht zu Preußen Münster und die waren ja tatsächlich fast mal deutscher Meister geworden.
Arnold:
Anfang der 50er Jahre war das. Haben dann aber das Endspiel in Berlin vor über 100.000 Zuschauern knapp verloren. Und gegen wen? na klar, den FCK. Und gewonnen haben die Roten Teufel in der aktuellen Zweitligasaison auch das Hinspiel: doch für Sonntag rechnet der Trainer mit einem Gegner, der sich deutlich mehr wehrt.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Dass wir in Münster auch mit einem anderen Auftritt der Münsteraner rechnen müssen. Dass sie eben vielleicht ein Stück weit weggehen von ihrer Philosophie und mehr die Tiefe bespielen mit langen Bällen. Wir wollen das Spiel gewinnen, das steht außer Frage. Und ich bin überzeugt davon, dass wir uns in dieser Woche auch sehr gut darauf vorbereitet haben.“
Arnold:
Gut 2000 Rote Teufel fahren mit ins Münsterland – Sonntag um halb zwei ist Anpfiff.
Appelmann:
Dann sind wir gespannt, wie’s ausgeht und drücken wie immer unseren heimischen Vereinen fest die Daumen. Vielen Dank, Thorsten, für deinen Bundesliga-Ausblick aufs anstehende Wochenende.