CDU-Bundesparteitag: Hessin Ines Claus wird stellvertretende Bundesvorsitzende

Nicht nur für die Rheinland-Pfälzer, sondern auch für die Hessen ist es ein ganz besonderer Bundesparteitag. Denn heute soll eine Hessin Stellvertreterin von Friedrich Merz werden.

Hessen dürfte in Zukunft eine gewichtigere Stimme in der Bundes-CDU bekommen. Ines Claus soll heute zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt werden. Der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere.
Als sie 2020 zur Fraktionsvorsitzenden im Hessischen Landtag gewählt wird, ist sie die einzige Frau an der Spitze einer CDU-Landtagsfraktion. Ihre Nominierung damals war eine Überraschung. Kaum jemand hatte sie auf dem Zettel gehabt, bis der damalige Ministerpräsident Volker Bouffier sie für den Posten vorschlug.
Erst rund ein Jahr vorher war Ines Claus zum ersten Mal überhaupt in den Landtag eingezogen – ihren Wahlkreis Groß-Gerau hatte sie mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen.
Apropos Wahl. Der Erfolg von Boris Rhein und der hessischen CDU bei der Landtagswahl 2023, er trägt auch die Handschrift von Ines Claus.
Seit fast 30 Jahren ist die Juristin Mitglied der CDU. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.
Bei ihrer ersten Wahl zur Fraktionschefin 2020 bezeichnete sie sich selbst als die „dreifache Mutter aus der vierten Reihe“.
Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Seit fast sechs Jahren sitzt Claus jetzt im hessischen Landtag in der ersten Reihe. Und seit vier Jahren ist sie Mitglied des Präsidiums der Bundes-CDU.
Nach ihrer Wahl muss die 48-jährige zusammen mit den anderen fünf stellvertretenden Bundesvorsitzenden Kanzler Merz jetzt dabei unterstützen, die Partei zu führen. Eine Partei zwischen Reformwillen auf der einen und Koalitionsdisziplin auf der anderen Seite.