ÖPNV-Streiks in Frankfurt, Marburg und Gießen sorgen für Ausfälle

Bereits zum dritten Mal in diesem Monat stehen dort die Bahnen still. Heute streiken die U- und Straßenbahnfahrer in mehreren Städten. Vor allem in Frankfurt, wo die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern ins Stocken geraten sind. Das bedeutet für viele Pendler: Chaos.

Heute bewegt sich in der Mainmetropole nicht viel. Die Straßenbahnen bleiben ebenso in ihren Depots wie die U-Bahnen. Auch in Gießen und Marburg wird gestreikt. In der eingeschneiten Frankfurter Innenstadt langes Warten auf die Busse, die immerhin fahren. Vielen Fahrgästen fehlt zunehmend das Verständnis für die Warnstreiks.
Siegrid
„Ich bin 45 Jahre Erzieherin gewesen. Und das ist einfach schon ziemlich am Limit.“
Dieter Kolb
„Wir müssen es doch im Endeffekt bezahlen. Es kommt alles immer wieder aufs Selbe raus: Erhöhen und nach einem halben Jahr fangen die wieder an.“
Während es in mehreren Bundesländern um höhere Gehälter geht, fordert die Gewerkschaft ver.di in Hessen und Reinland-Pfalz kürzere Arbeitswochenzeiten, längere Ruhepausen und vor allem einen schnelleren Aufstieg in den Gehaltsstufen. Das kann bis zu 160 Euro mehr im Monat ausmachen. Laut Gewerkschaft hätte die Arbeitgeberseite in der jüngsten Verhandlungsrunde plötzlich ganz andere Themen aufgefahren.
Jochen Koppel, Verhandlungsführer ver.di Hessen
„Wir waren auf einem guten Weg. Und dann kam der Arbeitgeber und sagt: Ich hab da auch noch was und legt uns dann seine negativen Forderungen auf den Tisch. Wie z.B. die Endgeldfortzahlung und so weiter. Und das geht nicht, so macht man das nicht, das gehört sich nicht.“
Die Gegenseite will vor allem die tariflich verankerte Aufstockung des Krankengelds reduzieren. Der Arbeitgeberverband widerspricht aber, die Gespräche verschärft zu haben.
Marion Hebding, Verhandlungsführerin KAV Hessen
„Es gehört zum guten Ton bei Verhandlungen dazu, dass auch der Arbeitgeber eine Position hat. Und diese Positionen haben wir beim letzten beim letzten Verhandlungstermin am 4.2. ausgetauscht. Das hat ver.di als Eskalation empfunden.“
Den erneuten Warnstreik kritisieren die Arbeitgeber scharf. In Frankfurt wollen die Bahnfahrer bis in die späte Nacht streiken, morgen sollen dann die Busse in Wiesbaden stillstehen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. Februar vorgesehen, die Gewerkschaft droht schon jetzt mit weiteren Streiks.