Kosmetikseminar für Krebspatientinnen

Heute ist Weltkrebstag. Ein Tag um auf die Krankheit und besonders auf die Betroffenen aufmerksam zu machen. Denn jedes Jahr bekommen in Deutschland rund 500.000 Menschen die Diagnose Krebs. Die Krankheit und die Folgen ihrer Behandlung sind oft stark sichtbar. Am Klinikum Darmstadt bekommen Patientinnen nun Make-up-Tipps und können sich so über die Krankheit austauschen.

Hannah Weickert, Kosmetikexpertin
„Wir wollen heute eine Wimpernkranzverdichtung machen. Das eignet sich nämlich hervorragend, wenn keine Wimpern oder kaum Wimpern mehr da sind.“
Ausgefallene Haare, Augenbrauen und Wimpern: Für die Frauen in diesem Raum ein großes Thema. Sie alle haben Krebs. Eine Krankheit die das eigene Aussehen stark verändert. Die Schmink-Tipps, die sie heute lernen, sollen dabei helfen, sich selbst wieder schöner zu fühlen, so dass die Krankheit im Alltag weniger präsent ist.
Birgit Rau
„Es ist gar nicht mal so wegen den anderen Menschen, sondern es ist für mich selbst, wenn ich in den Spiegel schaue, einfach dieses Gefühl lebendig auszusehen.“
Luise Petersdorf
„Mich wieder ein bisschen attraktiver fühlen. Dass man in den Spiegel schaut und man hat auch wieder was im Gesicht und es ist nicht nur alles verändert und man hat keine Haare mehr und keine Augenbrauen mehr. Und vielleicht mich auch wieder neu zu entdecken.“
Anne Wiederschein
„Ich hatte eine Vollglatze: da Glatze und da auch alles Glatze. Aber ich hatte jeden Tag einen Lippenstift drauf.“
Sich schön fühlen trotz Krebs. Und das gerade dann, wenn die Krankheit immer sichtbarer wird – wie beim Verlust der Haare.
Luise Petersdorf
„Das waren einfach meine Traumhaare. Als die abgeschnitten wurden waren mein Mann und meine Kinder dabei und ich hatte danach diesen Zopf in der Hand und da ist mir das nochmal bewusst geworden: Das waren die Haare, die zu mir gepasst haben, die mich ausgemacht haben, die ich geliebt habe. Und das war wirklich sehr schlimm für mich.“
Patricia Camacho
„Natürlich war es komisch das erste Mal mit der Perücke rauszugehen, aber man macht das zwei Tage und dann ist das normal. Ich hab die aufgesetzt und hab gesagt: Ja, das ist mein neues ich.“
Neben den fehlenden Haaren und Wimpern beschäftigen viele der Frauen vor allem ihre ausfallenden Augenbrauen. Visagistin Hannah Weickert zeigt ihnen, wie sie die vermessen und nachzeichnen können.
Hannah Weickert, Kosmetikexpertin
„Stift an die Nase anlegen, durch den Augeninnenwinkel einmal durch nach oben und dann könnt ihr euch hier einen kleinen Markierungspunkt oder Strich machen.“
Für viele erstmal ungewohnt. Die Erfahrungen mit Make-Up sind ganz unterschiedlich. Hannah Weickert ermutigt die Frauen, sich auszuprobieren.
Hannah Weickert, Kosmetikexpertin
„Make-up ist Hilfe zur Selbsthilfe, das wollen wir machen. Wir wollen den Frauen diese Normalität zurückgeben, dass sie sich auch nicht krank fühlen und nicht krank aussehen. Das wirkt sich auch auf Familienmitglieder aus, wenn eine Mama, eine Oma, eine Tante, eine Schwester nicht krank aussieht, dann ist es nicht so präsent und das es einfach normal ist.“
Eine Normalität, die sich die Frauen hier wünschen. Hoffnung macht der Austausch untereinander.
Anne Wiederschein
„Einfach durchhalten. Ich hab’s auch und ihr seht ja: Es kommt wieder.“