Bahnmitarbeiter bei Ticketkontrolle getötet
Es ist eine Tat, die heute ganz Deutschland schockiert. Ein Zugbegleiter der Bahn wird Montagabend nach einer Fahrkartenkontrolle bei Landstuhl in der Westpfalz zusammengeschlagen. Seitdem kämpften Ärzte um sein Leben – vergebens. Heute Morgen stirbt der Bahnmitarbeiter. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft.
Kurz nach der Abfahrt eines Regionalexpress vom Bahnhof Landstuhl ist es laut Staatsanwaltschaft am Montagabend zu dem brutalen Angriff gekommen. Der 36-jährige Serkan C. aus Ludwigshafen erhält noch im Zug Erste Hilfe und wird ins Krankenhaus gebracht, doch heute Morgen erliegt der Familienvater seinen Verletzungen.
Mina
„Ich war wirklich schockiert. Weil ich das Gefühl habe, es kommt immer näher.“Manfred Schmidt
„Es ist sehr traurig, dass ein Mensch sein Leben verlieren muss, nur wegen einer Fahrkarte.“Monika Reis
„Mir ging sofort Traurigkeit durch den Kopf, warum das alles so geworden ist und warum es so ist. Dass ich das Gefühl hab, dass das immer mehr wird.“
Fassungslosigkeit auch bei der Deutschen Bahn. Wie hier in Mainz findet an allen Bahnhöfen in Deutschland um 15 Uhr eine Schweigeminute statt. Bundesweit gedenken Mitarbeiter ihres getöteten Kollegen.
Martin Sailer, Personalvorstand Deutsche Bahn
„Unser Kollege hat vorbildlich gehandelt. Er hat deeskaliert. Er ist zurückgegangen und ist dann aber tatsächlich ohne Gegenwehr gewesen bei diesem sehr, sehr gewaltsamen Übergriff. Wir trauern, wir alle trauern um Serkan.“
Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich laut Polizei um einen 26 Jahre alten Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland. Als er den Zug wegen eines fehlenden Fahrscheins verlassen soll, habe er mehrfach mit seinen Fäusten auf den Kopf des Zugbegleiters eingeschlagen. Der Tatverdächtige wird am Bahnhof im saarländischen Homburg festgenommen und sitzt in U-Haft. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. Laut Staatsanwaltschaft schweigt er bislang zu den Vorwürfen.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer fordert heute eine Sonderkonferenz aller Verkehrsminister. Es brauche einen gemeinsamen Aufbruch für mehr Sicherheit. Ähnliche Töne von Seiten der Bahn.
Martin Sailer, Personalvorstand Deutsche Bahn
„Wir haben in der Vergangenheit vieles getan. Wir haben Bodycams eingerichtet. Wir haben Notrufknöpfe, Trainings gemacht. Aber der Tag und die Tat gibt Anlass für uns alle gemeinsam, weiter zu sehen, was wir tun können.“


