Vor dem Bundesliga-Wochenende – Der Sporttalk mit Thorsten Arnold
Schluss mit Europa, ab diesem Wochenende muss sich Eintracht Frankfurt wieder allein auf die Bundesliga konzentrieren. Darüber und über die Spiele unserer anderen Mannschaften spricht Eva Dieterle mit unserem Sportreporter Thorsten Arnold.
Eva Dieterle, Moderatorin:
Thorsten, wie schätzt du es ein, wie tief steckt die Eintracht nach dieser erneut wenig erfreulichen Woche in der Krise?
Thorsten Arnold, Sportreporter:
Ja, ziemlich tief. Und ich sag dir was: Es geht noch tiefer! Und den Grund dafür sehen wir hier: Bayer Leverkusen kommt morgen und da droht tatsächlich die nächste Heimniederlage! Bittere Zeiten für die Eintracht Fans und für Interimstrainer Dennis Schmitt, der vielen im Umfeld irgendwie deutlich zu ruhig daher kommt. Aber das ist durchaus Absicht, hat er heute Nachmittag nochmal klargemacht.
Dennis Schmitt, Interimstrainer Eintracht Frankfurt
„Trotzdem gilt’s ja auch für den Trainer und alle Verantwortlichen, ruhig und konzentriert zu bleiben. Es bringt jetzt nix, wenn wir emotional durch die Gegend rennen und jedem erzählen, wie wichtig das Spiel morgen ist. Das wissen wir, das ist klar. Die Unterstützung der Fans hat uns extrem gutgetan, hat den Jungs ein sehr gutes Gefühl für morgen gegeben. Und deshalb sind wir positiv und freuen uns auf das Spiel.“
Arnold:
Die Fans, die ja der Eintracht schon zu manchen Höhenflug verholfen haben, die muss man jetzt einfach wieder komplett für sich gewinnen. Aber vielleicht ist es auch bei den Anhängern an der Zeit, mal wieder auf den Boden zurückzukehren, zu akzeptieren dass die Eintracht ein Verein ist, der in jedem Bundesligaspiel um jeden einzelnen Punkt kämpfen muss.
Dieterle:
Gekämpft haben auch die Mainzer im letzten Heimspiel, haben das Ruder nach Rückstand tatsächlich in der Schlussphase noch rumgerissen.
Arnold:
Am Ende ein verdienter Erfolg, aber morgen wird’s deutlich schwerer, es geht nach Leipzig, aber auch da traue ich den Nullfünfern mittlerweile was zu, denn Urs Fischer scheint langsam die Stellschrauben gefunden zu haben, kommt in Mainz jeden Tag mehr an. Und apropos in Mainz ankommen: In etwas mehr als zwei Wochen ist Rosenmontag. Ist er denn eigentlich ein Fastnachter, der Urs Fischer?
Urs Fischer, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Ja, was soll ich sagen, eigentlich ist das nicht mein Ding. Das kenne ich nicht so. Verkleidungen? Huh, das wird ganz schwierig, mich zu verkleiden, muss ich sagen. Aber hey, sag niemals nie. Aber für mich ist entscheidend, dass wir Karneval auf dem Platz haben.“
Arnold:
Schön gesagt, aber ob die Mainzer ausgerechnet den Leipzigern die Narrenkappe aufsetzen können, das kucken wir erstmal. Die gewinnen laut Statistk tatsächlich die meisten Zweikämpfe in der Bundesliga, also das wird ne sehr intensive Partie für die Mainzer.
Dieterle:
Blicken wir in die zweite Liga, da steht morgen Abend für den ersten FC Kaiserslautern ein Spiel mit besonderem Rahmen an.
Arnold:
Das Abendspiel am Samstag, auf das sich Fußball-Deutschland dann fokussiert, das bestreitet der FCK, auf dem Betzenberg gegen die Sportvereinigung Elversberg. Flutlicht auf dem Betze am Samstagabend, für sowas ist natürlich auch Trainer Torsten Lieberknecht absolut zu haben.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1.FC Kaiserslautern
„Als ich früher woanders Trainer war, habe ich immer neidvoll nach Lautern geguckt, weil die immer die Abendspiele hatten und wir mussten immer sonntags mittags irgendwo antreten. Da habe ich immer neidvoll hingeschaut. Dann hab ich gemeint, wenn ich jetzt schon mal hier Trainer bin, würde es schon Spaß machen. Und plötzlich hatten wir keine Abendspiele mehr. Dachte erst, das muss an mir liegen. Aber jetzt haben wir uns wieder etliche Abendspiele verdient.“
Arnold:
Nahezu ausverkauft ist das Fritz-Walter-Stadion, auch die Gäste aus dem Saarland, die haben ja nicht weit, bringen ordentlich Zuschauer mit. Und alle FCK-Fans hoffen, dass die Roten Teufel gut in Form sind.
Dieterle:
Gut in Form ist das Stichwort, denn Darmstadt 98 steht aktuell in der 2. Liga tatsächlich auf einem direkten Aufstiegsplatz. Thorsten, was glaubst du: sehen wir die Lilien in der kommenden Saison wieder in Liga Eins?
Arnold:
Starke Konkurrenz ist vorhanden mit Schalke oder Hannover. Und jetzt geht es am Sonntag nach Berlin zur Hertha und zumindest die könnte man mit einem Sieg schon deutlich in der Tabelle hinter sich bringen. Auch wenn Trainer Florian Kohfeldt die längst noch nicht abschreiben will.
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison sind alle noch sehr eng zusammen. Also jetzt irgendwie zu sagen, die hängen hinterher oder so, das sehe ich überhaupt nicht so. Es wird auf extreme Kleinigkeiten ankommen und deshalb sind wir sehr konzentriert und freuen uns auf ein heißes Spiel im kalten Berlin hoffentlich.“


