Hessens größtes innerstädtisches Bauprojekt – Der Stand beim Riederwaldtunnel

Seit Jahrzehnten geplant, aber immer wieder aufgeschoben – die Rede ist von Hessens größtem und zugleich umstrittensten innerstädtischen Bauprojekt, dem Riederwaldtunnel im Frankfurter Osten. Nach Protesten, Klagen und Polizeiräumungen hat der Tunnelbau nun endlich begonnen.

Schweres Gerät macht sich am geplanten Westeingang des Tunnels zu schaffen. Der Autobahnanschluss in der Nähe ist schon seit rund fünf Jahren fertig, nun kann es auch hier weitergehen. Der Riederwaldtunnel soll einmal die A661 mit der A66 verbinden, zwei Kilometer Strecke, ein Kilometer Tunnel. Jetzt bohren riesige Fahrzeuge bis zu 30 Meter tiefe Löcher für das Tunnelfundament. Eine Herausforderung.
Matthias Achauer, Projektleiter Autobahn GmbH
„Also das ist insofern schon ein besonderes Projekt, weil doch sehr viele Sachverhalte hier zusammenfallen. Man hat hier eine innerstädtische Baumaßnahme mit sehr schwierigen Baugrundverhältnissen.“
Das größte Problem des 1,5 Milliarden Euro teuren Projekts sind aber die vielen Verzögerungen. Bereits Ende der Achtzigerjahre begann das erste Planfeststellungsverfahren, doch von Anfang an gab es Proteste und Klagen. Zuletzt wegen einer geschützten Käferart im Baugebiet. 2023 räumte die Polizei den besetzten Fechenheimer Wald . Eigentlich soll der Tunnel den Frankfurter Stadtteil Riederwald entlasten, durch den sich über 20.000 Fahrzeuge am Tag drängen. Doch die Riederwälder sind seit jeher gespalten, ob sie für weniger Stau jahrelangen Baulärm wollen.
Josef Goitom, Anwohner
„Ich bin für den Tunnel, aus den Gründen: Dann sind die Autos flexibler, es gäbe dann weniger Stau und die Leute können sofort von der Arbeit zum Tunnel auf die Autobahn fahren.“
Oliver Blümel, Anwohner
„Ich kann’s mir nicht so vorstellen, dass das wirklich großartig was bewirken würde. Und dann dieser ganze Lärm, die Baustelle, alles ist für die ganzen Leute hier absoluter Horror.“
Zehn Meter hohe Schallschutzwände und eingeschränkte Bauzeiten sollen nun den Lärm reduzieren. Kommendes Jahr beginnen die Arbeiten am östlichen Tunnelende, 2028 soll der westliche Abschnitt fertig sein. Ob der gesamte Tunnel aber wie zuletzt geplant 2033 fertig ist, steht derzeit noch in den Sternen.
Matthias Achauer, Projektleiter Autobahn GmbH
„Ich kann Ihnen momentan tatsächlich noch nicht bestätigen, wann das jetzt genau sein wird. Weil wir noch dabei sind, diesen Bauablauf so zu hinterfragen, dass ich eine verlässliche Zahl habe. Ich sag jetzt mal, irgendwo in den Dreißigerjahren werden wir schon fertig werden.“
Immer wieder werden Ablagerungen im Boden entdeckt, die die Arbeiten weiter verzögern können. Das Mammutprojekt bleibt auch weiterhin unberechenbar.