Mit dem Fahrrad nach Singapur – Nisse Kremser zu Gast im Studio

Wie kommt man dazu, so etwas zu machen? Wie bereitet man sich vor und welche Eindrücke bringt man mit?

Eva Dieterle, Moderatorin
Einfach unfassbar viel erlebt hat er. Und wir freuen uns, dass er jetzt hier bei uns im Studio ist: Nisse Kremser. Guten Abend, schön, dass Sie hier sind.
Nisse Kremser, mit dem Fahrrad nach Singapur:
Hallo, auch von mir vielen Dank.
Dieterle:
Wir haben hier das wichtigste Utensil der Reise. Das haben Sie uns mitgebracht: Ihr Fahrrad. Und die wichtigste Frage zuerst natürlich. Wie kommt man auf die Idee, mit dem Rad über 20.000 Kilometer bis nach Singapur zu fahren?
Kremser:
Man muss schon ein kleines bisschen verrückt sein natürlich, dieses ganze Naturinteresse haben, sehr offen für neue Kulturen, Religionen und Menschen sein und dann Zeit haben. Und das ist jetzt bei mir nach dem Abi genau die Zeit so gewesen. Und dann habe ich überlegt, ich habe ein Naturinteresse, war viel draußen in meiner Kindheit, war aber auch im Mountainbike-Verein und so hat sich es dann entwickelt, um dann mal loszufahren.
Dieterle:
Sie haben es gerade gesagt, viele verschiedene Länder, fremde Kulturen, viele unvorhersehbare Szenen. Wir haben hier auch noch mal ein paar Bilder. Sie sind mit dem Fahrrad bei 40 Grad durch die chinesische Wüste geradelt. Auch das andere Extrem gab es. Sie haben bei eisigen Temperaturen in der Türkei ausgehalten, das meiste davon auch im Zelt. Wie gut muss man sich auf so was vorbereiten?
Kremser:
Ja, man muss sich schon relativ gut vorbereiten, mit anderen sprechen, Erfahrungen einholen, weil schlussendlich, wenn man nicht das passende Equipment hat auch und dann irgendwo in einem Zelt liegt und es wird doch alles kälter als man denkt, dann kann es ganz schön blöd enden. Deswegen viel recherchieren, viel überlegen, verschiedene Szenarien durchgehen und dann gucken, was man wirklich alles brauchen, auf welche Situationen man sich da einlässt.
Dieterle:
Und trotzdem gab es brenzlige Situationen. Einmal ist ziemlich unmittelbar neben Ihnen ein Blitz eingeschlagen. Sie waren sogar auch in Polizeigewahrsam. Aber trotzdem stehen dem Ganzen wahrscheinlich auch unzählige, viele unvergessliche Momente gegenüber. Es ist wahrscheinlich schwer, jetzt zu fragen, ob Sie ein persönliches Highlight herausgreifen können, aber vielleicht gelingt es ja.
Kremser:
Auf jeden Fall, wo ich von Antalya in der Südtürkei auf die Hochebene gefahren bin, als immer ein Auto neben mir vorbeigefahren und irgendwann hat’s mal angehalten, weil wir uns immer wieder so überholt haben. Und da haben sie gesagt: “Ja, suchst du irgendwas?” – “Ja, irgendwie eine Überdachung”, weil ich wusste, am nächsten Tag soll es noch weiter regnen. Das heißt drei Grad und Regen, nicht so das Angenehmste. Und ein paar Minuten später haben sie geagt: “Komm mit” und dann saß ich bei denen so einer Gartenhütte, und es war so schön, so herzlich, wie ich dann da von den aufgenommen wurde. Und das hat mich sehr, sehr berührt. Einfach wie nett die Menschen so sind.
Dieterle:
Also ganz prägende Erfahrung, die Gastfreundschaft. Jetzt sind Sie erst mal zu Hause, sozusagen in ihrer Homebase in Darmstadt. Aber das nächste Abenteuer wartet wahrscheinlich schon, oder? Wo soll es hingehen künftig?
Kremser:
Ja, es geht jetzt tatsächlich schon am Montag … in wenigen Tagen geht es dann nach Neuseeland. Mit meinem Fahrrad, mit Sack und Pack. Und dann arbeite ich mich auch über die australische Ostküste hoch bis zum Great Barrier Reef und dann noch weiter. Aber das verrate erst mal nicht.
Dieterle:
Okay, es bleibt also spannend. Dann sind wir froh, dass Sie Ihre Pause zu Hause genutzt haben, um auch hier bei uns vorbeizuschauen. Herr Kremser, vielen Dank für die schönen Eindrücke.
Kremser:
Vielen Dank auch.