Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga in Frankfurt
Bei der Deutschen Fußball Liga – also dem Zusammenschluss von Bundesliga und zweiter Liga – hat der Neujahrsempfang in Frankfurt Tradition. Eigentlich sollte angesichts von Rekordumsätzen die Stimmung prächtig sein. Wäre da nicht die Diskussion um einen möglichen WM-Boykott – und die Krise bei Eintracht Frankfurt.
Großer Andrang auf dem roten Teppich. Ob Kult-Manager Rainer Calmund, Sportreporter Marcel Reif oder DFB-Sportdirektor Rudi Völler. Sie alle strömen in den Frankfurter Palmengarten. Nur Vertreter der kriselnden Eintracht sucht man vergebens. Die heiß diskutierte Frage: Wer könnte denn nun der Nachfolger des entlassenen Trainers Dino Toppmöller werden?
Max Eberl, Sport-Vorstand FC Bayern München
„Ehrlicherweise bin ich auf der einen Seite froh, dass ich nicht suchen muss. Und auf der anderen Seite schaut man seinem Konkurrenten zu, was seine Entscheidungen sind, was seine Ideen sind. Und dann wird die Eintracht, da bin ich mir ziemlich sicher, einen guten Trainer präsentieren.“Heribert Bruchhagen, ehemaliger Vorstand Eintracht Frankfurt
„Reicht ja nicht nur, die Qualität eines Trainers zu kennen. Sondern die Kompatibilität mit dem Team, mit der Mannschaft. Und dass kann nur Krösche entscheiden, welche Art von Trainer der richtige für die Eintracht ist.“
Auch von besagtem Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche ist vor Ort nichts zu sehen, die Trainersuche dauert an. Das zweite vieldiskutierte Thema beim Neujahrsempfang: Ein möglicher Boykott der kommenden Weltmeisterschaft in den USA. Angesichts der eskalierenden Situation rund um die US-amerikanische Einwanderungsbehörde ICE hat die deutsche Bundesregierung zuletzt ihre Reisewarnungen verschärft. Der Präsident des Deutschen Fußballbunds hält sich in der Boykott-Diskussion hörbar zurück.
Bernd Neuendorf, Präsident DFB
„Es gibt ein großes Interesse Deutscher Fans, dieses Turnier zu sehen. Und zum jetzigen Zeitpunkt glaub ich, kann das jeder für sich selbst einschätzen, mit der Unterstützung der Bundesregierung. Die ganzen politischen Situationen, die wir da jetzt erleben, das muss in der Tat Politik bewerten und dann auch Empfehlungen abgeben.“
Auch die Deutsche Fußball Liga hält derzeit nichts von einem WM-Boykott.
Hans-Joachim Watzke, Präsident DFL
„Ich glaube nicht, dass die Zeit momentan reif ist, über so etwas zu diskutieren. Wenn es irgendwann reif sein sollte, werden wir diskutieren. Aber aus meiner Sicht ist das jetzt völlig fehl am Platz.“
Angesichts eines Rekord-Saisonumsatzes von erstmals über sechs Milliarden Euro will sich die Deutsche Fußball Liga an diesem Abend die Stimmung nicht vermiesen lassen. Bei Eintracht Frankfurt hofft man dennoch auf bessere Neuigkeiten.


