Viel Traffic am Frankfurter Internetknoten

Wie oft hatten Sie heute schon Ihr Handy in der Hand? Im Durchschnitt schauen wir hundert Mal am Tag aufs Smartphone. Da werden natürlich jede Menge Daten produziert und viele davon laufen in Frankfurt zusammen. Hier sitzt nämlich Europas größter Internetknoten DE-CIX. Dort wurde heute eine Zahl der Superlative veröffentlicht.

Ein etwas skurriler Ort: Deckenhohe Rechner, lautes Gebrumme. Und in aller Regel ist hier keine Menschenseele. Hinter dem Geblinke und Getöse versteckt sich aber all das, was Menschen tagtäglich digital zusammenbringt. Hier laufen die Daten von Videocalls zusammen, kurzen Textnachrichten oder großen Sportereignissen.
Thomas King, Technikvorstand DE-CIX
„Der höchste Wert, den wir gemessen haben, der war am 09. Dezember 2025. Wer sich erinnert, da war das Champions-League-Spiel von Eintracht Frankfurt gegen FC Barcelona. Eintracht Frankfurt hat ja in der ersten Halbzeit sogar 1:0 geführt. Dann leider doch 2:1 verloren. Und genau zu diesem Zeitpunkt haben wir den höchsten Wert gemessen, weil eben Livesport-Events für uns Treiber sind für den Datendurchsatz.“
79 Exabyte, oder: 2,2 Millionen Jahre lang durchgehendes Streaming  einer  Serie.  So viel Datenverkehr gab es im vergangenen Jahr weltweit an den Internetknotenpunkten von DE-CIX. Ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Infrastruktur, die unseren gesamten Alltag bestimmt – und ihn angreifbar macht.
Thomas King, Technikvorstand DE-CIX
„Neben der ganzen geopolitischen Veränderung, die wir wahrnehmen, ist Sicherheit grundsätzlich ein Thema. Und da wir Infrastrukturen betreiben, geht das auch immer darum, Redundanzen aufzubauen. Das heißt, wir wollen sicherstellen, dass wenn es irgendwo eine Störung gibt, also wenn das zum Beispiel auch nur eine Wartung ist, dass wir ein Gerät außer Betrieb nehmen müssen für eine Wartung, wollen wir sicher sein, dass die Aufgabe ein anderes Gerät übernehmen kann.“
Allein in Frankfurt betreibt DE-CIX 40 Standorte. Eine Branche der Superlative. Die aber auch super viel Strom benötigt. Da gerät das Frankfurter Netz an seine Grenzen. Viele Rechenzentren generieren mittlerweile ihren eigenen Strom. Thomas King aber glaubt an die digitale Hauptstadt Frankfurt.
Thomas King, Technikvorstand DE-CIX
„Ich glaube, wir werden dann die Endlichkeit sehen, wenn wir alles digitalisiert haben, was wir digitalisieren wollen. Mein Eindruck ist, da sind wir noch lange nicht angekommen. Man sieht da jedes Jahr, es gibt neue Apps, es gibt neue Ideen, wie man digitale Dienste nutzen kann. Ob es virtuelle Realitäten sind oder künstliche Intelligenz. Und da ist noch so viel Innovation.“
Innovation, die bestimmt auch in diesem Jahr den nächsten Höchstwert an Datenverkehr erzeugen wird.