Hockeytrainerin mit 92

Die 92-jährige Rosi Blöcher ist beim Wiesbadener Tennis- und Hockeyclub seit fast 60 Jahren Hockeytrainerin – bis heute. Dafür wurde sie auch schon mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

„Also ihr lauft nur ein Stück, haltet den Ball an und dann schießt ihr aufs Tor aus dieser Haltung heraus. Nicht ausholen, sondern einen schönen Pass.“
Kaum zu glauben, aber Rosi Blöcher beweist wie kaum eine andere: Das Alter ist wirklich nur eine Zahl. Zweimal in der Woche steht die 92-Jährige in der Halle oder auf dem Platz, fährt mit den Kindern sogar noch ins Zeltlager.
Rosi Blöcher, Hockeytrainerin
„Wenn man anfängt sich hinzusetzen und sagt also ich bin jetzt alt und ich gehöre jetzt aufs Sofa, dann hat man schon verloren.“
Bücken, Übungen vor machen, die Bewegung und das Gewusel der Kinder halten sie fit.
„Zack, anhalten, Torschuss, Ball holen und los, Nächster.// Hanna, los geht’s.// Rückhand nehmen Charlie.// Ah, super Liam.// Ne, ne, ne, Charlie, du hast überhaupt nicht aufgepasst.// Nicht im Weg rum laufen.// Anhalten… Charlie!“
Zuckerbrot und Peitsche ist ihr Motto. Von wegen klapprige alte Dame. Die Kinder lieben ihre Rosi.
Johanna, 6 Jahre
„Ich finde Rosi so cool, weil die immer mit uns so viele Turniere macht und uns immer nach dem Training Gummibärchen gibt.“
Philippa, 5 Jahre
„Ich mag sie sehr gerne, weil sie auch sehr nett ist.“
Charlie, 6 Jahre
„Also sie ist nicht streng. Also ich finde gut, dass die Rosi so bleibt, wie sie ist.“
Nils, 7 Jahre
„Ich bin fröhlich, dass Rosi noch mit uns Hockey spielt, das macht nämlich so viel Spaß.“
Liam, 7 Jahre
„Weil sie halt allen beibringt was Hockey halt ist und wie man die Schläger hält.“
Für viele ist Rosi mehr als nur die Hockeytrainerin.
Rosi Blöcher, Hockeytrainerin
„Die etwas älteren kommen auch schon mal mit Problemen zu mir, mit Schule oder Eltern und es hat mal irgendeiner gesagt du warst wichtiger für mich als meine Mutter. // Die kommen und umarmen einen, malen schöne Bilder oder irgend sowas, irgendwas fällt ihnen immer ein, damit sie mir eine Freude machen können.“
1950 hat Rosi Blöcher selbst mit dem Hockeyspielen angefangen. Dann heiratet sie einen Hockeyspieler, der gemeinsame Sohn Stefan Blöcher wird Hockey-Profi: vierfacher Europameister, zweimal Silber bei Olympia. Rosi bleibt ihrem Verein treu, trainiert seit mittlerweile fast 60 Jahren den Nachwuchs. Für ihr ehrenamtliches Engagement wird sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.
Rosi Blöcher, Hockeytrainerin
„Als ich angefangen hab, waren die ersten Jahrgang 1955 und jetzt habe ich Jahrgang 2022, also das ist schon eine ganz schöne Zeitspanne.“
Und so waren viele Eltern heute selbst mal Rosis Hockey-Kinder.
Patrick
„Rosi kennt mich wahrscheinlich, seitdem ich drei oder vier Jahre alt bin, ich hab bei ihr alle Jugendmannschaften durchlaufen und ich weiß nicht wie viele tausend Kinder durch ihre Hände in Wiesbaden gegangen sind, aber sie ist auf jeden Fall der Dreh- und Angelpunkt des Vereins und ohne Rosi geht im Club einfach gar nichts.“
Elke
„Sie ist noch so wie früher, noch genauso charmant und genauso lieb mit den Kindern.“
Für viele ist der WTHC Rosi. Müde wird die 92-Jährige ihrer Aufgabe nicht – sie will so lange weiter machen wie es nur geht.