Wiesbadener Winterdienst im Einsatz
Stillstand auf den Straßen, Unfälle und lange Staus. Das aktuelle Winterwetter bringt den Verkehr an seine Grenzen. Mitten im Wetterchaos ist der Winterdienst der Wiesbadener Stadtreinigung im Einsatz, um die Stadt am Laufen zu halten. Für die Fahrer bedeutet das: lange Schichten, hohe Verantwortung und permanente Einsatzbereitschaft. Wir haben einen Fahrer in der vergangenen Nacht bei seiner Arbeit begleitet.
Während andere noch schlafen, sind sie bereits unterwegs: In den Wintermonaten wird die Wiesbadener Stadtreinigung zum Winterdienst. Wegen unvorhersehbaren Wetterereignissen stehen die 45 Fahrer der Räumfahrzeuge in dieser Zeit rund um die Uhr auf Rufbereitschaft.
Tristan Liermann, ELW
„Das planen wir so, dass wir uns auf die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes verlassen aber dann natürlich auch situativ entscheiden müssen, was für eine Wetterlage wir gerade vorfinden und in der Nacht finden ständig Kontrollfahrten durch die Einsatzleitung statt.“
Die Wetterprognose in dieser Nacht: Schnee und Eis. Das heißt alle Fahrzeuge müssen ausrücken. Mario Danz hat heute Spätschicht. Bevor der Schneefall einsetzt muss der Räumwagen mit Streusalz und Sole beladen werden. Die flüssige Sole sorgt dafür, dass die Eisschicht auf der Straße direkt schmilzt. Das klassische Streusalz verhindert, dass sich neues Eis bildet. Sobald die erste Flocke fällt, rückt Mario aus. Beladen mit fünf Tonnen Streusalz geht’s durch die verschneiten Straßen. Sein Ziel: ein möglichst reibungsloser Start in den Tag für Pendler, Busse und Einsatzkräfte.
Mario Danz, Stadtreinigung Wiesbaden
„In dem Moment bei Schnee und Eis sind wir die ersten, die vor Ort sind. Wenn wir nicht rausfahren würden, würde die Feuerwehr stehenbleiben. Es würde auf den Straßen also nichts mehr gehen, überhaupt nichts mehr.“
Der 36-Jährige arbeitet seit 15 Jahren bei der Stadtreinigung. Der Winterdienst bedeutet für ihn jedes Mal aufs Neue Abenteuer.
Mario Danz, Stadtreinigung Wiesbaden
„Gefährlich ist es immer, wenn man es jetzt mal so will. Wenn man mit dem Fahrzeug einmal ins Rutschen kommt, je nach dem wo man ist, hat man fast gar keine Chance das Fahrzeug irgendwie zum Stillstand zu bringen. Man muss umsichtig sein, vorsichtig fahren und die Straße immer im Blick haben.“
Ein anderes Sicherheitsrisiko seien Autofahrer, die sich selbst und den Winterdienst durch Überholmanöver gefährden. Hier wünscht sich Mario mehr Rücksicht. Gegen 22 Uhr nähert sich die Einsatzschicht dem Ende. Für Mario sind die späten Arbeitszeiten kein Problem.
Mario Danz, Stadtreinigung Wiesbaden
„Ich sage: Arbeit ist Arbeit. In dem Moment ist mir das auch eigentlich egal, ob das jetzt Frühschicht, Spätschicht oder Nachtschicht ist.“


