Zeichnungen von Max Beckmann im Städel
Er war einer der bedeutendsten Künstler der Moderne und lebte fast 20 Jahre in Frankfurt am Main. Max Beckmann, ein Künstler, dessen Bilder auch heute noch modern sind und faszinieren. Max Beckmann lebte in Sachsenhausen, unweit des Städel Museums. Dort werden jetzt seine Zeichnungen ausgestellt und die sind nur ganz selten zu sehen.
Eine Aquarell-Zeichnung. Sie wirkt wie Pop-Art oder eine Szene aus einem Comic. Zeitlose Kunst. Richard Wagners Ring des Nibelungen hat Max Beckmann 1933 dazu inspiriert. Als Maler ist er weltbekannt. Hier portraitiert er sich mit Zeichenstift. Seine Zeichnungen sind selten zu sehen, sie sind für den Künstler wie ein Tagebuch.
Philipp Demandt, Direktor Städel Museum Frankfurt
„Die Zeichnungen von Max Beckmann sind kostbar. Die großen Museen der Welt holen sie nur ganz selten aus dem Tresor. Alle vier bis fünf Jahre nur etwa. Und die Zeichnungen von Max Beckmann spielen eine ganz besondere Rolle in seinem Schaffen. Sie sind sehr spontan, sehr persönlich, sehr dicht, sehr energiegeladen, sehr eindrücklich, und deswegen haben wir gesagt: Zum ersten Mal seit 40 Jahren eine Ausstellung nur mit Zeichnungen von Max Beckmann“
In den Gesichtern der Soldaten spiegelt sich die Grausamkeit des Ersten Weltkriegs wider. Zeichnungen in Schwarz-Weiß. Max Beckmann ist Sanitäter an der Front. Er verabscheut den Krieg, den Kampf gegen seine Freunde und Kollegen aus Frankreich und Russland. Seine Werke sind auch Dokumente der Zeit. Ein Selbstporträt mit Sektglas und einem schiefen, eingefrorenen Lächeln. Ausgelassenes Feiern vor dem Abgrund. Für Beckmann ein Sinnbild der Weimarer Republik. Er erlebt sie in Frankfurt. Bis 1933 wohnt er in der Schweizer Straße. Hier entsteht das Hauptwerk des Künstlers, hier ist er am erfolgreichsten.
Regina Freyberger, Leiterin der Graphischen Sammlung des Städel Museums
„Eine ganz lange Zeit war Frankfurt sein Lebensmittelpunkt. Er hatte hier ein großes Netzwerk, mit Förderern, Mäzenen und Freunden, die ihn unterstützt und angekauft haben und die auch dazu beigetragen haben, dass er so einen großen Erfolg hatte.“


