Neujahrsbrezel für den Ministerpräsidenten
Ganz viele sind ins neue Jahr gestartet mit dem Vorsatz weniger süß zu essen. Sollte sich der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz auch einen solchen Vorsatz gefasst haben, dann musste er heute damit bereits brechen. Denn traditionell bringt die Bäckerinnung zum Jahresstart eine XXL-Brezel vorbei. Sie soll dem Regierungschef Glück bringen.
Nach drei Stunden Teigzubereitung und einer Stunde im Ofen ist sie fertig. Die glorreiche Neujahrsbrezel von Bäckermeister Alfred Wenz.
Alfred Wenz, Bäcker-Obermeister aus Budenbach
„Das ist jetzt die 27. Brezel und ich bin von Anfang an dabei und habe sie halt heute Morgen gebackt. Die ist jetzt noch lauwarm, die kam um 09:15 Uhr aus dem Ofen. Frischer geht’s nicht.“
Und damit zwei Stunden vor der traditionellen Übergabe an den Ministerpräsidenten. Doch die Füllung ist diesmal anders: Marzipan, Nuss, Zimt und Rosinen sind drinnen, statt – wie üblich – Mohn.
Alfred Wenz, Bäcker-Obermeister
„Weil kein Mohn zu Hause war. Da haben wir dann kurzfristig etwas improvisiert. (…) Das ist ein bisschen Handarbeit, richtiges deutsches Bäckerhandwerk, so wie wir das leben mit Leib und Seele. Bäckerhandwerk ist einfach ein tolles Handwerk und man kann das nicht nur riechen, sondern auch schmecken.“
Der Geschmackstest findet allerdings ohne den Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer statt. Für ihn gibt’s einen veganen Kuchen dazu. Denn er ernährt sich ohne tierische Produkte.
Doch ob mit oder ohne Butter – beide Meisterwerke der Backkunst sollen Glück bringen. Mit Blick auf die Landtagswahl im März ein willkommenes Geschenk, zumal die CDU nach Umfragewerten vor der SPD liegt.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Ich bin sehr gelassen, ich bin sehr zuversichtlich. Es ist bundesweit durchaus so, dass die CDU bei aller Schwäche, die sie zurzeit hat, noch vor der SPD liegt. In Rheinland-Pfalz ist der Abstand deutlich geringer und die Werte für die Spitzenkandidaten – und darum geht’s ja auch bei der Landtagswahl, wer bleibt Ministerpräsident? Die sind sehr eindeutig auf meiner Seite und das gibt mir eine gute Zuversicht.“
Zuversichtlich wollen auch die Bäcker ins neue Jahr starten und bitten um eine Änderung im Arbeitszeitgesetzes. Denn an Sonntagen dürfen sie nur drei Stunden arbeiten.
Claus Becker, Bäcker-Obermeister aus Edenkoben
„Es gibt ja die Feiertage. Das ist ja noch schlimmer. Jetzt gerade an Karfreitag, da dürfen wir drei Stunden an einem Tag arbeiten. Wie soll das gehen? Wir müssen da ja produzieren können. Und das sind Themen, die uns in die Illegalität bringen und das auch in der Vergangenheit schon richtig böse Strafen gab.“


