Erster Tag für mobile Arztpraxis in Dreis

Gerade jetzt in der Erkältungszeit sind Hausärzte besonders gefragt. Doch gerade auf dem Land gibt es immer weniger. Und die, die da sind, sind völlig überfüllt. Ein kleiner Lichtblick ist die Mobile Arztpraxis. Sie kommt da hin, wo die Not besonders groß ist. Gestern gab es den ersten Einsatz in dem kleinen Ort Dreis bei Wittlich. Doch mit einem derartigen Ansturm hatte keiner gerechnet.

Ob mit oder ohne Termin: Wer heute hierherkommt, muss Zeit mitbringen. Bis zu zweieinhalb Stunden warten die Patienten, um in der Mobilen Arztpraxis behandelt zu werden. Die meisten haben Verständnis.
Diana Hares
„Die Situation ist für uns hier auf jeden Fall angespannt. Da wir unseren Hausarzt verloren haben und dann nimmt man halt auch einiges in Kauf. Also das ist absolut in Ordnung. Also ich bin zurzeit auch nicht am Arbeiten, deswegen, Wartezeit ist mit eingeplant.“
Andreas Jerzen
„Ich brauche meine Medikamente. Ich habe COPD. Und ohne meine Spritze geht es ganz schlecht. Und dass die heute hier sind, das ist praktisch.“
Marga Junk
„Das ist eine Übergangslösung. Aber wir wollen hoffen, dass sich das besser einspielt. Und sie vielleicht zwei Mal pro Woche da wären. Das wäre schon eine Erleichterung.“
Die Mobile Arztpraxis kann alles, was ein niedergelassener Hausarzt auch kann. Rezepte und Krankschreibungen ausstellen. Blutdruck messen oder Symptome einordnen. Ortsbürgermeister Christoph Thieltges ist erleichtert, dass die fahrende Praxis jetzt hier ist. Im vergangenen Oktober hat es beim örtlichen Hausarzt gebrannt, die Praxis ist seitdem geschlossen.
Christoph Thieltges (CDU), Ortsbürgermeister Dreis
„Es ist eine Katastrophe für den Ort Dreis. Für die Patienten, die hier beim Doktor Patienten waren. Aber nicht nur für Dreis. Für die umliegenden Dörfer und für die Stadt Wittlich, die ja auch eine Arztpraxis jetzt weniger hat seit Januar. Es   ist eine Katastrophe, das muss man einfach so sagen.“
Zwei Mobile Arztpraxen sind derzeit in Rheinland-Pfalz unterwegs. Betrieben werden sie von der Kassenärztlichen Vereinigung. Die verdient mit dem Modell kein Geld. Will aber etwas gegen den strukturellen Hausarztmangel machen und kommt deshalb immer dorthin, wo die Lage besonders dramatisch ist.
Peter Bunders, Allgemeinmediziner Mobile Arztpraxis
„Unser typischer Spruch: Wir sind ja Feuerlöscher. Also wir können wirklich nur punktuell hier was löschen, punktuell was helfen. Und wir können das System natürlich nicht ändern. Aber wir können das irgendwo auch verbessern und punktuell ansetzen. Aber wie gesagt, aktuell sind wir nur tageweise an den verschiedenen Standorten. Und wir versuchen natürlich, das auch dementsprechend anzupassen. Je nachdem wie jetzt hier der Andrang ist.“
Und der scheint groß zu sein. Rund 50 Menschen hat Peter Bunders am ersten Tag in Dreis behandelt. So viele waren es bisher noch nie. Immer dienstags kommt er ab sofort ins Wittlicher Land. So lange bis der Hausarzt im Ort wieder öffnen kann.