Falschparker-Kameras für Frankfurter Busse
Wer mit seinem Auto in Frankfurt auf der Busspur hält oder parkt und dabei den Linienverkehr blockiert, muss demnächst blechen – bis zu 70 Euro Bußgeld fallen an. In einem Pilotprojekt rüsten Stadt und Verkehrsgesellschaften mehrere Busse mit Kameras aus. Die Fotos gehen dann direkt an die Bußgeldstelle. Wie das in der Praxis funktioniert – wir haben uns das ganze mal angeschaut.
Es ist halb fünf, Hauptverkehrszeit in Frankfurt. Wir sind mit dem Bus M36 in Sachsenhausen unterwegs. Plötzlich steht ein Kleintransporter auf der Busspur und blockiert den Weg. Halten darf er hier nicht.
Tobias Schardt, Busfahrer in Frankfurt
„Jetzt drücken wir mal den Knopf. Ich denke das war’s. Die werden dann ausgewertet, dass die anderen PKW-Zeichen nicht zu sehen sind. Die werden dann geschwärzt und dann wird das bearbeitet und wird dann entsprechend zum Fahrzeughalter direkt dann geschickt.“
Das Foto macht der Busfahrer mit dieser Kamera. In Frankfurt sind aktuell zehn Busse damit ausgestattet. Das Fotografieren von Falschparkern im Nahverkehr gibt es bereits in Wiesbaden seit Mitte 2024. Ähnlich wie dort hofft nun auch Frankfurt auf eine abschreckende Wirkung.
Tobias Schardt, Busfahrer in Frankfurt
„Es ist halt einfach so, man muss es tun. Weil der hier Beispielsweise steht jetzt auch da, blockiert mich. Aber er fährt weiter, immerhin. Wie gesagt mir geht’s nicht darum den Leuten eins auszuweichen, ich kenne die Person ja nicht es ist einfach nur das es sich rumsprechen soll, dass es dann in Zukunft für uns Busfahrer hier nicht mehr das Problem, hier so akut ist, wie es jetzt ist zur Zeit.“
Regelmäßig können Stadtbusse Haltestellen nicht anfahren, weil Autos dort falsch parken. Dadurch können Fahrgäste nicht ungehindert ein- und aussteigen. Genau das soll jetzt durch die Frontkamera verändert werden. Bis Ende 2026 wird das System getestet, dann entscheidet die Stadt über weitere Fahrzeuge. Ab Mitte nächsten Jahres bekommen auch Straßenbahnen Kameras.
Stephanie Schramm, Geschäftsführung In-der-City-Bus GmbH (ICB)
„Für mich ist so März der erste Termin, um zu schauen, wie viel Bilder wurden denn ausgelöst, wie viele wurden tatsächlich verwandelt. Und wenn dann so unsere Störstrecken an denen wir die größten Störungen haben, wenn die reibungslos befahrbar sind oder gar völlig störungsfrei, dann haben wir unser Ziel erreicht.“


