Mehrwertsteuer in der Gastronomie sinkt auf 7 Prozent
Das neue Jahr bringt für Gastronomen eine lang erwartete Entlastung. Die Mehrwertsteuer auf Speisen ist jetzt dauerhaft gesenkt – von 19 auf 7 Prozent. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verband, kurz DEHOGA, ein längst überfälliger Schritt. Kritiker stellen jedoch die langfristige Wirkung in Frage. Was bedeutet die Senkung der Mehrwertsteuer konkret für Restaurants und was merkt der Gast davon?
Ein Blick in die Speisekarte zeigt: fast alles beim alten. Im Brauwerk Bad Kreuznach haben sich die Preise trotz der Senkung der Mehrwertsteuer nur bei einigen Suppen und Salaten verringert. Inhaber Andreas Röth kann die Einsparung der Steuer nicht komplett an seine Kunden weitergeben.
Andreas Röth, Inhaber
„Ich gebe nur ein kleines Beispiel: Heute Morgen hat unsere Putzfirma schon angerufen und hat gesagt, dass der Mindestlohn erhöht ist. Die gehen schon mal hoch mit dem Preis. Der Bäcker ist mit dem Preis hochgegangen, der Metzger hat fünf Prozent erhöht. Also es ist irgendwo ein Kreislauf. Wahrscheinlich wären wir auch im Januar teurer geworden. So gehen wir etwas mit Sachen runter.“
Nur durch die Senkung der Mehrwertsteuer muss er die Preise im neuen Jahr nicht anheben. Durch die weiterhin steigenden Lebensmittelpreise kann er die meisten Hauptgerichte nicht günstiger anbieten. Nur bei wenigen Speisen sinken die Preise um etwa fünf Prozent. Für Getränke gilt die Mehrwertsteuersenkung nicht. Noch immer haben die Gastronomen mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Auch Andreas Röth muss noch einen Kredit zurückzahlen. Dazu machen vor allem die gestiegenen Energiekosten günstigere Speisen unmöglich. Die Gäste zeigen sich verständnisvoll. Im Brauwerk bleiben die Kunden nicht aus.
Birgit Röhrig
„Ich denke das kann man woanders ein bisschen einsparen. Man möchte sich ja auch was gönnen und wir gehen nach wie vor essen.“Helga Könings
„Es ist schon alles viel teurer geworden. Vor ein paar Jahren konnte man noch für die Hälfte essen gehen.“Peter Könings
„Man guckt bewusster hin, sag ich jetzt mal. Und was auffällt ist, dass die Portionen kleiner werden. Aber ansonsten: Wenn die Qualität stimmt, ist das ja auch okay.“


