Busfahren wird teurer – Rhein-Main-Verkehrsverbund erhöht Ticketpreise
Mit dem Jahreswechsel kommen bekanntlich auch Änderungen, die man im Portemonnaie spüren wird. So wird beispielsweise das Deutschland-Ticket um 5 Euro teurer. Fahrgäste bezahlen jetzt 63 Euro monatlich. Und auch der RMV, der größte Verkehrsbetrieb in Hessen, hebt seine Preise deutlich an – und streicht einzelne Angebote wie die 9-Uhr-Monatskarte.
Heute Morgen geht es noch gemütlich zu in der Frankfurter Innenstadt. Seit dem Jahreswechsel gelten auch in der Mainmetropole höhere Ticketpreise für Busse und Bahnen. Der ein oder andere hat die Veränderung gleich gespürt.
Alexander Seitz
„Ich habe mich gerade gewundert, dass es teurer geworden ist. Bei dem Personalmangel, den die gerade haben, fällt ja fast jeder zweite Bus aus.“Saskia R.
„Ich würde vermutlich mehr Rad fahren. Also ich fahre sowieso schon viel Rad. Ja, ich würde dann wirklich nur noch mit dem Rad durch Frankfurt fahren und mir überlegen, ob ich jetzt mit dem RE nach Wiesbaden zur Arbeit fahre oder ob ich mehr Auto fahre, was natürlich auch nicht so gut ist für die Umwelt.“
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund koordiniert den regionalen Bus- und Bahnverkehr in großen Teilen Hessens. Im Jahr 2024 zählt der RMV 825 Millionen Fahrgäste. Und die werden jährlich mehr. Doch viele greifen mittlerweile auf das Deutschlandticket zurück.
Joshua Keller
„Es ist eine kostengünstigere Alternative als wenn ich jeden Tag eine Tageskarte hole, die, glaube ich, 7,80€ kostet. Sind wir bei zehn Tagen schon, da brauchen wir eigentlich gar nicht mehr rechnen. Entsprechend ist das Deutschlandticket einfach günstiger in dem Punkt.“
Bedeutet: Sinkende Einnahmen für die Verkehrsbetriebe. Das Deutschlandticket ist aber nicht die einzige Ursache, warum der RMV seine Preise erhöht.
Sprecher Rhein-Main-Verkehrsverbund
„Grund dafür sind die zunehmenden Kosten für Löhne, Gleisnutzung und Energie bei gleichzeitig sinkenden Fahrkarten-Einnahmen. Die RMV-Ticketpreise steigen daher um durchschnittlich 4,75 Prozent. Die Preisanpassungen dienen unmittelbar der Sicherung der Finanzierung des Bus- und Bahnangebots. ÖPNV ist Daseinsvorsorge und erzielt keine Gewinne.“
Und: Der öffentliche Nahverkehr muss sich aufstellen für die Zukunft, sagt Bernhard Gässl vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Bis 2040 fehlen bundesweit mindestens 1,44 Milliarden jährlich, um den ÖPNV zu modernisieren.
Bernhard Gässl, Geschäftsführer Verband Deutscher Verkehrsunternehmen Hessen
„Eine wichtige neue Komponente, die dort hinzukommt, ist bei dem Thema Verlässlichkeit des Angebots eine zunehmende Digitalisierung. Auch die kostet Geld. Also unterm Strich ist es natürlich so, dass wir zum einen gucken müssen, durch Verlässlichkeit, durch einen qualitativ hochwertigen ÖPNV mehr Kundinnen und Kunden ins System zu bringen.“
Die Stadt Frankfurt sagt aber: Fahrkarten für Busse und Bahnen müssen bezahlbar bleiben. Deshalb steigen zum Beispiel die Preise für Kinderfahrkarten nicht. Die Differenz wird von der Stadt übernommen. Kostenpunkt: 2 Millionen Euro.
Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister Frankfurt
„Weil wir eben gerade die Preisspirale, die immer wieder nach oben geht in den letzten Jahren mit Blick auf die Lebenshaltungskosten, dass wir dort eine Preisstabilität entgegenhalten wollen. Ein Signal zu setzen, dass wir darauf achten, dass die Lebenshaltungskosten in Städten wie Frankfurt auch weiterhin bezahlbar sind und dass vor allem der Umstieg auf Bus und Bahn nur gelingen kann, wenn wir auch bezahlbare Busse und Bahnen gewährleisten.“


