Der 17:30-Sporttalk mit Julian Beimel

Unser Sportreporter Julian Beimel blickt auf die Partien unserer Bundesliga-Teams vor dem letzten Spieltag des Kalenderjahres.

Maike Dickhaus, Moderatorin:
Und wo wir gerade bei Weihnachten und Geschenken sind, der 1. FSV Mainz 05 hat sich gestern Abend schon mal einige Tage vor Heiligabend so richtig schön selbst beschenkt. Mit dem 2 zu 0 in der Conference League, zuhause gegen den türkischen Erstligist Samsunspor. Darüber spreche ich jetzt mit meinem Kollegen aus der Sportredaktion, Julian Beimel. Hallo Julian. (JuBl: Hallo). Julian, Du hast das Spiel verfolgt. Ein Spiel, das man in Mainz so schnell nicht vergessen wird, oder? 23
Julian Beimel, Sportreporter:
Absolut, denn mit dem Sieg haben die 05er Vereinsgeschichte geschrieben – sind zum ersten Mal in die KO-Phase eines Europokals eingezogen. Und durch diesen direkten Einzug ins Achtelfinale der Conference League sparen sich zwei Playoff-Spiele. Und das spart Kräfte, bringt mehr Zeit und mehr Fokus für die Bundesliga. (PLASMA Mainz VS St.Pauli)  Wo Mainz ja am Sonntag,  im letzten Spieltag der 1. Fußballbundesliga in diesem Kalenderjahr mit St. Pauli einen direkten Konkurrent im Abstiegskampf erwartet. Und das hat man gestern gespürt, so ein positives Highlight tut den Mainzern jetzt einfach mal gut. Und so sieht es auch der Trainer. 

Urs Fischer, Trainer 1. FSV Mainz 05:

„Die Jungs sollen sich heute wirklich über diesen Sieg freuen. Weil ich glaube, sie mussten in der Vergangenheit viel erdulden. Es ist keine einfache Zeit, das kostet unheimlich Energie. (…) Ein Erfolgserlebnis, Punkte, die helfen Dir da hinten rauszukommen.“

Beimel:
Um da unten rauszukommen, muss Mainz gegen St. Pauli aber wachsam sein. Die Kiezkicker ja zuletzt in der Liga mit einem Unentschieden und einem Sieg nach zuvor 9 Niederlagen in Folge. Also tendenziell schon leicht im Aufwind. 
Dickhaus:
Auch Eintracht Frankfurt bekommt es mit einem Gegner aus dem Norden zu tun und auch der Hamburger SV steckt im unteren Tabellendrittel. Die Eintracht klarer Favorit?
Beimel:
Favorit, ja! Aber trotz Tabellenplatz 7 – in letzter Zeit im Umfeld der Eintracht immer wieder gemischte Stimmung. Einige Anhänger immer wieder mal unzufrieden mit der eigenen Spielweise und mit den vielen Gegentoren. Woher die Unzufriedenheit kommt? So erklärt es sich der Trainer, Dino Toppmöller.
Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt:

„Ich glaube, dass der Unterschied zum letzten Jahr auch einfach ist, dass wir unter der Woche deutlich mehr Erfolgserlebnisse hatten durch die Europa League. Und dass es halt jetzt in der Champions League, das wussten wir auch vorher, dass da die Trauben definitiv einfach höher hängen. (…) Wir sind einfach mit der Punktausbeute super zufrieden, was die Bundesliga betrifft. Und wir wollen jetzt einfach sorgen, dass wir oben dranbleiben und uns oben festbeißen. Da geht es im Moment auch einfach nicht darum irgendeinen Schönheitspreis zu gewinnen.“

Beimel:
Ja, und zudem geht der Eintrach zum Jahresende personell die Puste aus. Neben dem gesperrten Arthur Theate eine ganze Reihe von Spielern angeschlagen oder verletzt. Und Spieler wie Skhiri und Chaibi für den Afrika-Cup zu ihren Nationalmannschaften gereist. Das macht die Aufgabe nicht leichter.
Dickhaus:
In seinem letzten Spiel des Jahres empfängt der 1. FC Kaiserslautern am Samstag Magdeburg. Was für ein Spiel erwartest Du da?7
Beimel:
Die Roten Teufel wollen unbedingt einen Sieg einfahren, um über die Winterpause hinweg oben dranzubleiben. Aber weil wir uns ja dem Jahresende nähern, wurde Trainer Torsten Lieberknecht natürlich auch nach seinem bisherigen Highlight des Jahres gefragt. Und das war seine Antwort.

Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern:

„Ein Highlight ist immer, wenn Du hier zum Betzenberg fährst, um ein Spiel bestreiten zu dürfen. Das ist ein Privileg, das habe ich ja schon gesagt. Aber die Choreo gegen Hertha BSC Berlin, als Abschluss der 125-Jahre-Feier. Die miterleben zu dürfen, das war schon einzigartig. Und ich habe nicht vergleichbares, was ich jemals erlebt habe.“

Beimel:
Ja, und nochmal was zurückgeben kann der FCK dann morgen mit einem Sieg. Denn mit drei Punkten am Samstag hätten die Lautrer die beste Hinrunde in der 2. Liga seit 13 Jahren hingelegt.
Dickhaus:
In etwas mehr als einer halben Stunde ist Darmstadt 98 ja bereits auswärts in Paderborn gefordert. Wie siehst Du diese Begegnung? 7
Sportreporter:
Ja, mehr Augenhöhe geht eigentlich gar nicht. Beide Teams nicht nur mit 32 Zählern punktgleich. Sondern auch nahezu mit gleich vielen Siegen, sowie der gleichen Menge an Toren und Gegentoren. Aber warum Darmstadt das Spiel für sich entscheidet, dafür hat Trainer Florian Kohfeldt eine schöne Anekdote.

Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98:

„Es gibt eine Anekdote, die mir sehr viel Zuversicht gibt. Jedes Jahr wird unter der Organisation des Reha-Trainers Florian Bauer die inoffizielle Dart-WM ausgespielt in der Geschäftsstelle. Und letztes Jahr hatte ich scheinbar einen Lauf, bin Weltmeister geworden. Und dieses Jahr habe ich gestern, unter dramatischen Umständen, das Finale verloren und bin nur Vizeweltmeister. Das heißt, das wartet hoffentlich noch ein Sieg auf mich.“

Beimel:
Ja, er könnte Recht behalten. Denn Paderborn hat zuletzt in all den Spielen  gegen die Teams da ganz oben in der Tabelle, Elversberg, Schalke, Hannover – allesamt verloren.
Dickhaus:
Wir sind gespannt, ob auch die Lilien gegen Paderborn einen Sieg einfahren. Bis hierhin jetzt vielen Dank an Dich Julian, für Deinen sportlichen Ausblick aufs Wochenende.