Kommentar zum „Verbrenner-Aus“

Zum Thema Verbrenner hat auch unser 17:30 Sat.1 live Chefredakteur Philipp Stelzner eine Meinung. Sein Kommentar.

Ich verstehe, dass die EU-Kommission das angebliche Aus für das Verbrenner-Aus als großen Erfolg verkaufen will. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es war und ist ein schwerer Fehler der Politik, mit ideologischem Starrsinn E-Autos in den Markt zu drücken, obwohl die Fahrzeuge zu teuer sind, eine geringe Reichweite haben und Ladesäulen fehlen. Durch diesen überhasteten Kurswechsel sind bei den deutschen Autoherstellern, bei den vielen Zulieferern in Hessen und Rheinland-Pfalz bereits zehntausende Arbeitsplätze verloren gegangen. Das jetzt geplante EU-Reförmchen wird diesen katastrophalen Fehler nicht korrigieren. Denn die deutschen Hersteller müssen den CO-2-Ausstoß aller Neufahrzeuge ab 2035 immer noch um 90 % senken. Dieses Ziel können sie nur erreichen, wenn sie sehr viele Elektroautos verkaufen. Sie werden deshalb immer weniger Geld in neue Verbrennungsmotoren investieren. Dieses Geschäft übernehmen dann die Konkurrenten in Asien und Nordamerika. Der Niedergang der deutschen Autoindustrie wird also weitergehen. Dieser europäische Alleingang im Umweltschutz vernichtet unser wirtschaftliches Fundament, ohne übrigens den weltweiten CO-2-Anstieg zu stoppen. Warum haben unsere Politiker nicht den Mut, das Verbrennerverbot ersatzlos zu streichen? Dann könnten die deutschen Hersteller Autos anbieten, die fossile oder synthetische Kraftstoffe verbrennen oder einen Elektromotor haben. Dann könnten die Kunden entscheiden, in welchem Tempo die Elektromobilität voranschreitet. Es wäre die Rückkehr zur Marktwirtschaft. Möglicherweise kann sich ja das eine oder andere Mitglied der Bundesregierung noch erinnern: Es war dieses System von Angebot und Nachfrage, dass einmal das deutsche Wirtschaftswunder möglich machte.