Zu viele Kinder gehen nur unregelmäßig zum Zahnarzt

Obwohl es in Rheinland-Pfalz und Hessen einen zahnärztlichen Kinderpass gibt, der Eltern unter anderem an die anstehenden Untersuchungs-Termine erinnern soll, gehen laut Zahnreport der Krankenkasse BARMER in Rheinland-Pfalz und Hessen Kinder viel zu selten zum Zahnarzt. Dabei ist besonders ein gesundes Milchzahngebiss auch wichtig für die Zahngesundheit im Erwachsenenalter.

Dr. Sandra Goedecke begrüßt Familie Michel. Die speziell ausgebildete Kinderzahnärztin kennt Constantin und seine Mutter Nicole schon seit Jahren. Der 12-Jährige hört zur Ablenkung Musik, während die Medizinerin den Zustand seiner Zähne checkt. Nicole Michel ist immer dabei, wenn eine Vorsorgeuntersuchung in der Mainzer Kinderzahnpraxis ansteht.
Nicole Michel, Mutter von Constantin
„Wir gehen mit dem Constantin alle drei bis vier Monate zum Zahnarzt, also so drei bis viermal im Jahr. Ich finde es wichtig, dass die Kinder auch merken, dass die Vorsorge einfach wichtig ist, um sich gut zu fühlen, dass die Zähne gesund bleiben und dass das auch im Erwachsenenalter beibehalten wird.“
Constantin hat noch einige Milchzähne. Dass bei ihnen Karies kein Problem ist, weil sie sowieso ausfallen, sei ein gefährlicher Mythos, sagt die Kinderzahnärztin.
„Unten bildet sich ein gelber Rand, das sind Bakterien, die sind über 48 Stunden alt, die hat deine Zahnbürste einfach nicht erwischt.“
Constantin wird genau erklärt und gezeigt, warum  seine Zahnbürste, die Bakterien nicht erwischt hat. Karies von Milchzähnen kann sich auf noch nicht durchgebrochene bleibende Zähne übertragen. Ohne Behandlung sieht das Gebiss dann so aus.
Dr. Sandra Goedecke, Kinderzahnärztin
„Es ist super wichtig, ab dem ersten Zahn zur Vorsorge zu gehen, besonders, wenn man als Mami das erste Kind zur Welt gebracht hat, um sich Informationen zu holen, wie man die Zähne gesund erhalten kann. Zähne sind einfach super wichtig, für die Entwicklung, für die Lautbildung, für die Sprache, damit auch gesunde Sachen gegessen werden können, damit wir gut harte Dinge kauen können.“
Die harten Fakten hat die Krankenkasse BARMER jetzt veröffentlicht. Der aktuelle Zahnreport zeigt, dass in Rheinland-Pfalz nur jedes dritte Kind im Alter bis vier Jahre eine Vorsorgeuntersuchung erhält, in Hessen sind es immerhin 44 Prozent. Bei den 5- bis 9-Jährigen schneidet Rheinland-Pfalz mit 65 Prozent besser ab, während nur gut jedes zweite hessische Grundschulkind regelmäßig die Zähne untersuchen lässt. Und das, obwohl die Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin BARMER Rheinland-Pfalz
„Ich denke, die Eltern legen noch nicht den richtigen Wert auf den Zahnarztbesuch. Insbesondere bei den ganz kleinen Kindern, herrscht das Vorurteil, dass beim Milchgebiss der Zahnarztbesuch noch nicht relevant ist. Es gibt ein sehr, sehr umfangreiches Angebot für Früherkennungsuntersuchungen. Ab dem 6. Monat bis zum 6. Lebensjahr, haben die Kinder Anspruch auf sechs Früherkennungsuntersuchungen. Mit umfassender Beratung auch der Eltern.“
Ab dem 6. Lebensjahr zahlen die Kassen dann eine Untersuchung pro Halbjahr. Inklusive Fluoridierung. Die erhält auch gerade Constantin. Dadurch wird sein Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen Karies. Der 12-Jährige bleibt tapfer.
Constantin  Michel
„Weil man sonst Karies kriegt und die Zähne dann schwarz werden und damit ruiniert man seine Zähne und dann hast du kaputte Zähne und dann kannst du irgendwann nur noch Suppe essen.“
Britta Praß zeigt ihrem Patienten noch, wie er seine Zähne richtig putzt. Ein Service, der in der Mainzer Kinderzahnarztpraxis zur Vorsorgeuntersuchung dazugehört.