Rheinhesse Niko Springer bei der Darts-WM

Seit vergangener Woche läuft in London in einer ganz besonderen Sportart eine Weltmeisterschaft, die in Deutschland schon seit Jahren immer mehr Fans für sich begeistert. Es geht um Darts. Bis Anfang Januar treffen sich im berühmten ‚Alexandra Palace‘ die besten 128 Dartsspieler aus der ganzen Welt. Um diesen Titel kämpft heute auch der Rheinhesse Niko Springer. Wir haben ihm vor seiner Abreise nach England beim Training über die Schulter geschaut.

180! Die Höchstpunktzahl, die es für Niko Springer zu werfen gilt. Bei der Weltmeisterschaft in London würden die 3.000 Zuschauer jetzt komplett durchdrehen. Für den Siefersheimer ist es seine zweite WM. Er erinnert sich gerne an seine Erlebnisse aus dem Vorjahr.
Niko Springer, „Meenzer Bub“
„Ich war ein Tag vorher letztes Jahr in der Halle und war erschrocken wie laut es ist. Ich hab gedacht ich brauche wirklich Ohrstöpsel um zu spielen, so laut war es. Aber auf der Bühne konnte ich das zum Glück ausblenden.“
Die Darts-Fangemeinde erlebt seit Jahren einen gewaltigen Aufschwung. Die Spieltage im Londoner Ally Pally sind komplett ausverkauft. Bei der WM wird im Set-Modus gespielt. Zwei Spieler werfen gegeneinander und starten bei jeweils 501 Punkten. Immer abwechselnd werfen sie drei Pfeile. Wer sein Punktekonto zuerst auf 0 reduziert gewinnt. Der Höchstwert der geworfen werden kann ist dabei 180. Also drei Pfeile in die Triple 20. Klingt erstmal einfach. Doch für die Spieler ist höchste Konzentration gefragt. Genau das fasziniert Niko.
Niko Springer, „Meenzer Bub“
„Ich finde es ist vergleichbar wie ein Elfmeterschießen im Fußball – also ein ständiges. Es geht immer hin und her. Du kannst schnell 3:0 führen und dann geht es ganz schnell wieder in die andere Richtung und du verlierst das Spiel komplett aus der Hand. Also es ist eigentlich immer spannend da. Dann kombiniert mit den Zuschauern die dann natürlich ihren Teil dazu fügen. Das macht schon viel aus.“
Der 25-Jährige ist in Mainz geboren. Deshalb lautet sein Wettkampfname „Meenzer Bub“. Zum Dartspielen kommt er vor zehn Jahren mehr oder weniger durch Zufall. Ein Nachbar nimmt ihn mit zum Siefersheimer Dartverein. Von dort aus kann sich Niko in immer höhere Klassen werfen. Im September gewinnt er in Ungarn sein erstes  Turnier auf der Profi-Tour und schlägt auf dem Weg dahin mehrere Weltklassespieler. Für die Weltmeisterschaft will er sich trotzdem nicht zu viel vornehmen.
Niko Springer, „Meenzer Bub“
„Ich setze mir eigentlich immer als Ziel gut zu spielen und mich gut zu verkaufen. Das habe ich bei der letzten WM gemacht, bei den letzten großen Turnieren in diesem Jahr auch. Leider habe ich dann zwar immer gut gespielt aber in der ersten Runde verloren. Deswegen will ich in diesem Jahr auf jeden Fall auch gut spielen aber auch die erste Runde gewinnen.“
In der trifft er auf den Australier  Joe  Comito.  Das Match beginnt gegen 23:00 Uhr.  Dann wird es ernst für Niko Springer und es heißt: zielen, werfen und punkten.